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Surprise Nr. 478

29. Mai bis 11. Juni 2020

Wer im Heim aufwächst, wird nicht ausreichend auf das Leben danach vorbereitet. Das sagen #CareLeaver, junge Erwachsene, die mit 18 plötzlich auf sich allein gestellt sind, nachdem sie zuvor jahrelang und unter nicht immer einfachen Bedingungen institutionell untergebracht waren. Manche landen nach dem Austritt direkt in der Sozialhilfe, weil sie sich nicht zurechtfinden oder ihre Rechnungen nicht zahlen können. Ganz neu haben sich deswegen Netzwerke in verschiedenen Städten der Schweiz gebildet, wo die jungen Menschen sich austauschen und Orientierung holen können. Sie fordern eine bessere Betreuung für den Übergang, wie Simon Jäggi recherchiert hat. 
Wer heroinabhängig ist, kann in der Schweiz dank der heroingestützten Behandlung und Substitutionsprogrammen ein ganz normales Leben führen. Nur offen drüber zu reden, ist immer noch schwierig, das Stigma der Suchtabhängigkeit ungebrochen hoch. Das erzählt eine Frau, die seit über 20 Jahren mit ihrer Abhängigkeit lebt, einem geregelten Job nachgeht und eine Tochter grosszieht. Gleichzeitig hat #Heroin in unserer Gesellschaft als Droge an Bedeutung verloren, andere Rauschmittel wie #Kokain verursachen neue Probleme. Es wäre an der Zeit, die progressive #Drogenpolitik der Neunzigerjahre weiterzudenken und wieder aktiv zu werden, finden Politiker*innen wie Oli Bolliger aus Basel in einem hängigen Grossratsvorstoss. Schliesslich hat das Konzept der Vier-Säulen-Politik (Schadensminderung, Behandlung, Prävention und Repression) erfolgreich zu einem Verschwinden der offenen Drogenszenen und einem Rückgang der Zahl an Drogentoten geführt. Aus medizinischer Sicht wäre sowieso längst eine Entideologisierung der Drogenpolitik angezeigt, wie Philip Bruggmann vom Arud Zentrum für Suchtmedizin im Interview mit Sara Winter Sayilir sagt.
In #Taiwan ist #Obdachlosigkeit eng mit dem Gesichtsverlust vor der eigenen Familie verbunden. Deswegen lassen sich viele gar nicht erst registrieren – und verzichten damit auf staatliche Unterstützung. Autorin Alice Grünfelder ist auf einen sozialen Stadtrundgang durch ?? Hidden Taipei gegangen und hat zugehört. 
Die Theaterszene muss sich neu erfinden, Covid19 lässt sie nicht weiterarbeiten wie zuvor. Diana Frei hat sich umgehört wie das Theater NeumarktTheater Winkelwiese, die Kaserne Basel und andere mit dieser Herausforderung umgehen. 
Wie immer mit Nachrichten aus dem INSP, einer scharfen Analyse der Corona-Folgen für die Wirtschaft von Carlo Knöpfel, einem wunderbaren Text über den therapeutischen Wert des Strickens von Karin Pacozzi, dem Geheimnis des Transgendergebirges Rig*i und einem Besuch in Küssnacht a. R. mit Stephan Pörtner und sowie einem internationalen Strassenzeitungsverkäuferinnen-Porträt von Apropos. Salzburger Straßenzeitung.

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