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Randnotiz

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Ein lebenswertes Leben

Ich führte ein Leben auf der Überholspur, es schien perfekt. Ich hatte das Privileg, eine Arbeit zu haben, die von Leidenschaft und Freude genährt wurde. Ich durfte aktiv das jungfräuliche Internet, die neuen Medien und neue Formen der Werbung gestalten. Die Arbeit vereinte meine Interessen,...

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Menschliche Rädchen

Unsere Gesellschaftsform funktioniert, weil wir in dieses Leistungssystem hineingeboren werden und in ihm aufwachsen. Es scheint uns natürlich und plausibel, dass das Ganze nur möglich ist, wenn wir selbst Leistung erbringen. Wir glauben, dass es Kraftstoff für den kollektiven Motor ist, aktiv und...

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Masse ohne Mass

Als ich Ende der Neunzigerjahre Konzepter in einer erfolgreichen Internetagentur in Zürich war, wollte ich vor allem eines: mit dem Internet Leute verbinden und Kommunikation vereinfachen. Wir kreierten neue Technologien, um aus dem damals statischen Internet etwas Lebendiges und Multimediales zu...

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Spiel unseres Leben

Schon das Spielen von Monopoly fand ich bedrückend. Es geht um Geld, und alle wollen gewinnen. Der Spieler kann investieren, den Rest bestimmt das Glück.

Das reale Leben ist vielfältiger, doch auch da kann man verlieren: Bringe ich die richtigen Voraussetzungen mit? Habe ich die richtigen...

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Ballast abwerfen

Ich war süchtig nach materieller Bereicherung. Ich sprengte meinen Kreditrahmen und lieh mir Geld von meinem Partner. Ich konsumierte und merkte gar nicht, dass die Produkte, die ich mir kaufte, nur kurzzeitige Platzhalter waren. Alle Objekte, die ich zum Leben benötige, hatte ich längst. Was ich...

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Glühbirnen mit WLAN

 

Unser System basiert auf einer stetig wachsenden Wirtschaft. Also darfst du jedes Jahr mehr Geld ausgeben. Das ist die grosse Errungenschaft unserer Gesellschaft.

Geniess die Auswahl. Sei glücklich, endlich gibt es Computer, die man am Handgelenk tragen kann. Sei dankbar, dass es jetzt Glühbirnen...

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Wer ist A?

A hat wieder einen furchtbaren Tag. Als er auf das iPhone starrend zum Café läuft, weicht ihm eine Frau nicht rechtzeitig aus. Blinde Kuh. Das Lokal ist natürlich schon fast voll. Wieso müssen auch alle Aargauer nach Zürich ziehen? Auf seinem Lieblingsplatz sitzt ein Typ mit Laptop. Können Hipster...

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Über die Vergänglichkeit

In den Neunzigerjahren war ich ein weltweit erfolgreiches Männermodel. Firmen wie Gucci und Prada warben mit meinem Gesicht für ihre Produkte. 20 Jahre später ist mir von der jugendlichen Schönheit wenig geblieben: Mein Gesicht ist gezeichnet, die körperliche Pracht ist weg. Ich bin jetzt jemand...

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Zurück zur Basis

Ich behaupte, dass meine Heimat da ist, wo die Welt für mich in Ordnung ist. Ist sie da, wo ich aufgewachsen bin? Jahrzehntelang hätte ich diese Frage mit einem klaren Nein beantwortet. Ich fühlte mich eingeengt von den hohen Bergen. Vom Nebel, den engen Grenzen. Die unendlich langen und kalten...

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Wenn das Schweigen bricht

Es ist vielleicht einfach zu viel, was wir unter den Tisch kehren wollen. Es ist Zeit für eine kleine Revolution, indem wir uns dem stellen, was uns belastet, auch wenn wir es oft nicht wahrhaben wollen. Nicht nur Gesellschaftliches, auch das Persönliche gehört thematisiert, zum Beispiel die Dynamik...

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Beautiful Freak

Dies ist für euch, ihr verrückten Leute da draussen: ein Text für die kleinen, schrägen Töne in der scheinbaren Harmonie. Ich zähle mich selbst auch dazu. Dass ich nicht normal bin, habe ich spätestens gemerkt, als man es mir sagte. Ich habe es zur Kenntnis genommen – es war kein Schock, denn der...