Skip to main content
Die Schweiz schreibt
Direkter Leserkontakt

Das Kunstprojekt «Literatur für das, was passiert» erfüllt an Festivals und im öffentlichen Raum Textwünsche.

«Eine Schreibmaschine im öffentlichen Raum sorgt schon für Aufsehen», sagt Autorin Ulrike Ulrich, die regelmässig für das gemeinnützige Kunstprojekt «Literatur für das, was passiert» Textwünsche erfüllt. «Diese reichen von Liebesbriefen über Gedichte bis hin zu Kündigungsschreiben, und wir bekommen oft gleich ein Feedback», sagt Ulrich. «Mit unmittelbaren Reaktionen ist man in meinem Beruf sonst selten konfrontiert. Indem wir in der Öffentlichkeit schreiben, verlassen wir die Einsamkeit des Schreibtisches, unsere Komfortzone, und lassen uns auf Wünsche, Themen und andere Leben ein, was auch inspirierend ist.» Wenn sie zum Beispiel im Tram oder am Zürcher Bellevue in die Tasten griffen, komme es zu interessanten Begegnungen und spannenden Gesprächen: «Durch die Schreibmaschinen bekommen wir viel Aufmerksamkeit, und mit uns das Thema ‹Menschen auf der Flucht›.» Die Wirkung der mechanischen Maschinen wird noch gesteigert durch die Tatsache, dass die Autorinnen und Autoren ihre Texte – nicht wie sonst üblich – redigieren können. Die Auftragsarbeiten entstehen direkt vor Ort und spontan. So wird jener kostbare Moment beim Schreiben festgehalten, indem eine Idee zum allerersten Mal auf dem Blatt Gestalt annimmt.

Initiiert haben «Literatur für das, was passiert» die beiden Autorinnen Julia Weber und Gianna Molinari im Jahr 2015, als sich die Flüchtlingskrise wegen dem Syrienkrieg zuspitzte. Sie beschlossen, mit ihrem Schreiben Geld für Organisationen zu sammeln, die vor Ort Hilfe leisten.

Mit befreundeten Autorinnen und Autoren begannen sie, an Festivals und im öffentlichen Raum auf Wunsch Texte zu schreiben, und sind seitdem mit ihren emsig klappernden Schreibmaschinen in der ganzen Deutschschweiz präsent. Im Vorfeld von brisanten Abstimmungen beziehen sie gerne auch politisch Stellung und leisten schreibend Kampagnenarbeit, wie zum Beispiel letztes Jahr gegen die «No Billag»-Initiative.

Infos auf Facebook unter: facebook.com/Literatur-für-das-was-passiert