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Die Sozialzahl
Ständige ausländische Wohnbevölkerung

Die Schweiz ist ein Einwanderungsland für Menschen aus Europa. 1969 stieg die Zahl der Ausländerinnen und Ausländer, die ständig in der Schweiz leben, erstmals auf über eine Million. Im Jahr 2015 wurde die Grenze von zwei Millionen Personen übertroffen, die zur sogenannten ständigen ausländischen Wohnbevölkerung gerechnet werden. Zu dieser gehören alle ausländischen Staatsangehörigen mit einer Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung für mindestens zwölf Monate (Ausweis B oder C oder EDA-Ausweis für internationale Funktionäre, Diplomaten und deren Familienangehörige). Weiter dazu zählen ausländische Staatsangehörige mit einer Kurzaufenthaltsbewilligung (Ausweis L) für eine kumulierte Aufenthaltsdauer von mindestens zwölf Monaten sowie Personen im Asylprozess (Ausweis F oder N) mit einer Gesamtaufenthaltsdauer von mindestens zwölf Monaten. 

Die überwiegende Mehrheit, nämlich rund 84 Prozent, stammt aus Europa. Die wichtigsten Herkunftsländer sind Italien (317 000 Personen), Deutschland (304 000 Personen), Portugal (269 000 Personen) und Frankreich (127 000 Personen), allesamt Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Der Kosovo mit rund 109 000 Personen steht an fünfter Stelle und ist das erste europäische Land auf dieser Liste, das nicht zur EU gehört. Diese Position ist mit den Fluchtbewegungen in den Balkankriegen der Neunzigerjahre zu erklären. 

Der Rest der Welt spielt in der Statistik der ständigen ausländischen Wohnbevölkerung nur eine untergeordnete Rolle. Aus ganz Afrika stammen rund 103 000 Personen, aus Nordamerika 26 000, aus Lateinamerika und der Karibik 53 000 und aus Asien und Ozeanien 158 000 Personen. 

Der überwiegende Teil der Ausländerinnen und Ausländer in der Schweiz ist über die Arbeitsmigration und den Familiennachzug hierher gekommen. Anerkannte Geflüchtete und vorläufig Aufgenommene machen nur einen geringfügigen Anteil der ausländischen Wohnbevölkerung aus. Die Zusammensetzung der ausländischen Wohnbevölkerung ist von verschiedenen Verschiebungen gekennzeichnet. So hat zum Beispiel das Herkunftsland Spanien deutlich an Bedeutung verloren, während Portugal zu einem der wichtigsten Zuwandererländer geworden ist. 

Wichtiger als diese geografischen Verschiebungen sind die Veränderungen in der Ausbildung und beruflichen Qualifikation der zugewanderten Personen. In der zweiten Hälfte der Siebzigerjahre brachten 60 Prozent der Arbeitsmigrantinnen und Arbeitsmigranten, wenn überhaupt, nur einen obligatorischen Schulabschluss mit. Gerade mal 17 Prozent verfügten über einen Abschluss auf Tertiärstufe. Das änderte sich in den Neunzigerjahren innert kurzer Zeit, als sich die schweizerische Wirtschaft strukturell massiv veränderte und zu einer forschungsstarken und dienstleistungsorientierten Unternehmenslandschaft wandelte. Der Anteil der Zuwandernden mit einem geringfügigen Ausbildungsstand ging in der Folge deutlich zurück. Heute liegt er bei rund 20 Prozent. Dafür hat inzwischen jede zweite ausländische Person, die in der Schweiz einen Arbeitsplatz findet, ein Studium an einer Universität oder Fachhochschule absolviert. Damit kann die Wirtschaft den chronischen Mangel an qualifizierten Fachkräften auf dem Arbeitsmarkt auffangen. Die anhaltend gute wirtschaftliche Entwicklung ist darum ohne die ausländischen Arbeitskräfte schlicht nicht denkbar.