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Moumouni...
...will mehr Modegesetze!

FATIMA MOUMOUNI wünscht sich weiter ein entschiedenes Auftreten der Schweiz gegen modische Fauxpas!

Haben wir den Extremismus mit der sogenannten Burkainitiative nicht ein wenig extrem gestoppt? Grad mit einem Verbot? Und das in der freiheitsliebenden Schweiz? Wenn man SVP-Parteichef Marco Chiesa glaubt (der seinen Partei -Papa Christoph Blocher beeindrucken will, indem er ihm nachplappert), dann leben wir sowieso schon in einer Diktatur.

Man muss aber sagen: Wenn es um Mode geht, wäre das gar nicht so schlecht. Die Abstimmung zum Verhüllungsverbot war quasi der Traum einer jeden Modeikone. Wir haben gezeigt: Über Mode lässt sich streiten. Und wer sich mit Mode auskennt, weiss: Mode MUSS abschliessend diskutiert werden, sonst kommt sie immer wieder. Und deshalb war es wohl richtig, das mit dem Niqab grad in die Verfassung zu schreiben.

Ich meine, welcher Modeschöpfer kennt es nicht, kaum liegt man im Grab, wird die Jogginghose zum Trend – obwohl man doch gesagt hat, dass sie hässlich und untragbar ist. Das kann mit dem Niqab jetzt einfach nicht mehr passieren. Ich persönlich hätte gesagt, dass die Gefahr, dass Arschgeweihe wieder trendy werden, etwas grösser ist als die, die von Gesichtsschleiern ausgeht. Einfach, falls es jetzt dann mit dem Kopftuch weitergehen soll. Stopp! Kümmern wir uns erstmal um die wirklich wichtigen Dinge!

Wer in den 1990erund 2000er-Jahren bei Sinnen war, wird wissen: Wir hätten damals schon abstimmen sollen. Schon vor spätestens fünfzehn Jahren. Damit wir als Gesellschaft entscheiden: Netzhemden? Latzhosen? Buffalos? Absolute No-Gos. Wehret den Anfängen. Extremismus stoppen! Früh genug!

Ist ja nahezu die Steigerungsform von Demokratie: per Volksentscheid durchgesetzte Kleidervorschriften! Der nächste Schritt sind weitere Kleidervorschriften, die etwas genauer definieren, was für eine Gesellschaft wir sein wollen. Als ehemalige Ethnologie-Studentin glaube ich zum Beispiel, dass Goahosen nicht tragbar sind. Das wirft ein problematisches Licht auf die seriöse Arbeit von Ethnolog*innen. Wer soll uns jemals wieder ernstnehmen, zum Beispiel bei der ernsthaften Aufgabe des Schädelausmessens?

Oder das Problem mit den Deutschen! Ganz einfach lösbar mit einem Verbot der Kombination «weisse Socken und Birkenstocks» – Extremismus stoppen. Jetzt.

Motorradhelme! Das Problem mit den vielen, vielen Verkehrsunfällen in unserem Land! Ein Verbot von Motorradhelmen würde helfen! Das ist nämlich die Kluft von Verkehrsrowdys. Wenn wir Motorradhelme stoppen, werden die Strassen wieder sicherer, glauben Sie mir.

Weiter: Speedos. Wenn man mich fragt, sind Speedos, diese knappen Schwimmunterhosen – meist in radikalem Rot, aber auch anderen Farben vertreten –, der Ursprung allen Übels. Männer, die sich zu wohl in ihrem Körper fühlen.

In der Verhüllungsdebatte wurde klar: Es gibt ein Recht darauf mitzubestimmen, was man vom Gegenüber sehen will und was nicht. Etliche Kommentare versuchten so etwas wie einen Schweizer Grundsatz festzulegen, wie viel man denn nun mindestens sehen dürfen muss vom Körper einer Frau. «In diesem Land schaut man sich ins Dekolleté», war die Devise. Nun ist jedoch die Frage: Wie tief? Wo hört das Verhüllungsverbot auf? Ich würde sagen: allerspätestens da, wo man nicht mehr weiss: Sind das noch Bauchhaare oder schon Schamhaare? Deshalb: Extremismus stoppen! Speedo-Verbot an öffentlichen Badeorten jetzt!