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Auf Reisen
Trondheim, Norwegen

Unsere Reiseleitung: Odd Erling stammt aus Trondheim. Er verkauft seit sechs Jahren das Strassenmagazin Sorgenfri. Dieses Jahr wurde er zu einer lokalen Berühmtheit, nachdem er mit einem Lied über Trondheim in einem Musikvideo aufgetreten war.

1. Warum ich gerne in Trondheim lebe
Wir Norweger wirken vielleicht etwas distanziert, aber im Allgemeinen sind wir sehr gastfreundliche Menschen. Das spürt man, wenn man in Trondheim zu Besuch ist. Die Stadt ist sehr schön, sie ist von Natur umgeben. Spaziert man dem Ufer des Flusses Nidelva entlang, kommt man in prächtige Wälder, die bis zur Stadtgrenze reichen. Dort leben auch Elche. Manchmal kommen sie in die Nähe der Stadt, letztes Jahr war einer plötzlich im Zentrum. Die Polizei musste ihn vertreiben, immerhin wiegen Elche bis zu 700 Kilogramm und können gefährlich werden.

2. Wo man essen kann
Viele Norweger mögen Gerichte mit Lachs oder Karibu, also Rentierfleisch. Unser Nationalgericht besteht aus Fleischkuchen, Kartoffeln, Erbsenpüree und brauner Sauce – das ist ausgezeichnet! Vor allem in grossen Hotels wie dem Radisson gibt es erstklassige Restaurants. Mein persönlicher Favorit ist aber ein kleines italienisches Restaurant im Zentrum von Trondheim nahe der Frauenkirche, das Ristorantino.

3. Die besten Orte für einen Besuch
Es gibt hier viele Denkmäler aus dem Zweiten Weltkrieg, als die Deutschen Norwegen besetzten. Zum Beispiel befindet sich ausserhalb von Trondheim eines der grössten Artilleriegeschütze Norwegens, das vom Schlachtschiff Gneisenau stammte. Und mitten im Hafen liegt Dora I, eine alte U-Boot-Basis. Sie wurde umgebaut und wird heute als Bowlingbahn benutzt.

4. Wo man Weihnachten feiert
An Weihnachten geht man in die Nidaros-Kathedrale. Sie stammt aus der Wikingerzeit und wurde vor mehr als tausend Jahren erbaut. Zu jener Zeit wurde Norwegen von Olaf dem Heiligen mit Gewalt christianisiert. Sein Motto lautete: «Entweder wirst du Christ oder du wirst geköpft!» Von da an wurden die Wikinger getauft. Damals war Trondheim die Hauptstadt Norwegens und hiess «Nidaros».

5. Wie man den Winter überlebt
Im Winter kann es leicht minus 20 Grad werden, manchmal sogar minus 30 Grad. Dann musst du dich warm anziehen, sonst läufst du Gefahr zu erfrieren. Die Kälte kann schmerzhaft sein, vor allem, wenn du auf der Strasse stehen musst wie ich beim Verkauf des Strassenmagazins. Im Winter habe ich weniger Kunden, die Menschen laufen an einem vorbei. Es gibt ein Sprichwort: «Det fins ikke dårlig vær, bare dårlige klær», was so viel bedeutet wie: «Schlechtes Wetter gibt es nicht, es gibt nur falsche Kleidung.»

6. Meine Lieblingsjahreszeit
Als ich jung war, war es der Winter, jetzt aber mag ich den Sommer lieber. Als Kind baute ich gerne Schneemänner und Höhlen. Damals gab es viel mehr Schnee. In den Achtzigerjahren, als ich jung war, hatten wir an Weihnachten immer mindestens einen Meter Schnee. Heute ist das anders, man kann in Norwegen die Folgen der globalen Erwärmung besonders gut sehen.