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Auf Reisen
Zürich, Schweiz

Unsere Reiseleitung Hans Peter Meier, 61, ist in Zürich geboren. Einen Teil seiner Kindheit und Jugend verbrachte er in Mannheim und Basel. 2003 verlor er seine gut bezahlte Stelle in der IT-Branche und wurde obdachlos. Heute ist er Stadtführer bei Surprise und verkauft das Strassenmagazin am Zürcher Bellevue.

1. Ich lebe gerne hier, denn ...
Zürich ist eine schöne, offene und moderne Stadt, die auch kulturell viel bietet.

2. Mein Lieblingsquartier
Der Kreis 1, die City und die Gegend dem See entlang. Hier ist mein Verkaufsstandort am Bellevue. Ich habe Seesicht – das tut gut. Ich schaue auch gern auf den Sechseläutenplatz hinüber. Die Bäume und im Sommer das Wasser, das aus dem Boden spritzt, heben die nervöse Situation des Platzes mit dem vielen Verkehr ein bisschen auf. Ich mag auch die Altstadt am Morgen sehr gern. Man kann sich richtig in die Stimmung hineinfallen lassen, wenn alles noch verschlafen ist.

3. Ein Ort, den jeder gesehen haben muss

eine wunderbare Aussicht auf die Altstadt. Hier kannst du am frühen Morgen dem Sonnenaufgang zuschauen oder die Stadt auf dich wirken lassen.

4. Um dem Stadtleben zu entkommen, gehe ich ...

... auf den Uetliberg. Wir sind ja in der Stadt in einem Kessel. Aber auf den Höhenwegen, die es rund um die Stadt gibt, ist man schnell aus dem Alltagsleben raus. Auch am See kann man sich entspannen. Es gibt da viel Kunst im öffentlichen Raum, wunderbar platziert in Grünanlagen. Als Gelegenheitsjob habe ich eine Zeit lang Ausstellungen im Museum Bellerive aufund abgebaut. In den Pausen sind wir oft im Park gesessen und haben die Werke auf uns wirken lassen.

5. Was nur Einheimische kennen

Ich war letzten Sommer in Zürich Oerlikon unterwegs, in den neu gebauten Quartieren beim Max-Bill-Platz. Die sind architektonisch interessant, kombiniert mit Grünanlagen und Spielplätzen, das hat mir sehr gefallen. Zum Teil sind auch Kunstwerke integriert, ich sah das in dieser Form zum ersten Mal. Kunst im öffentlichen Raum finde ich immer spannend. Ich finde es auch gut, wenn Kinder mit zugänglicher Kunst aufwachsen, das öffnet den Geist. Oerlikon hat nicht so einen guten Ruf, aber die neuen Quartiere sind stadtplanerisch gut gestaltet.

6. Die beste Jahreszeit in Zürich

Herbst und Frühling. Oder auch der Winter, wenn es schneit. In der Stadt ist das mittlerweile sehr selten der Fall. Aber wenn es auf dem Üetliberg Schnee hat und am Morgen die Sonne daraufscheint, nimmt das Ganze für kurze Zeit einen feinen Rosaund Rot-Ton an. Man muss sich die Zeit nehmen, um stehen zu bleiben. Ich habe schon Leute gesehen, die auf dem Arbeitsweg anhielten und Handyaufnahmen machten. Auch der Herbst ist schön mit den goldenen Blättern. Am Morgen ist es zwar neblig, aber wir haben auch klare Tage mit sehr guter Fernsicht in die Berge. Im Frühling wiederum beginnt alles zu blühen, und Zürich ist eine sehr grüne Stadt.