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Häusliche Gewalt
«Warum bist du geblieben?»

Häusliche Gewalt Expertinnen und Fachpersonen warnen vor einem Anstieg. Mehr offizielle Meldungen gibt es bisher nicht. Wie sieht es aus, das Leben mit Gewalt im Lockdown?

«Warum bist du geblieben?»

Betroffene Der Mann prügelt auf sie ein und bettelt um Verzeihung. Die Frau nimmt alle Schuld auf sich und verstummt. Manchmal gibt es etwas, das schlimmer wirkt als Schläge.

Text: Klaus Petrus

Dumm wie Brot sei sie, so dumm. Weil sie vergessen hat, ein Glas Gurken zu kaufen. Dabei hat sie den ganzen Tag daran gedacht, hat es sogar auf einen Zettel geschrieben: Gurken, 2 x unterstrichen. Manchmal vergisst sie auch den Curry, was ihn besonders aufregt, denn er kocht gern Thai für seine Freunde. Oder sie lässt eine Pfanne liegen. Putzt die Ablage nicht blitzblank, summt beim Surfen im Internet, blättert zu laut in einem Magazin, schminkt sich. Dann sagt er: «Machst jetzt auf Nutte?» Oder vielleicht auch: «Schatz, du gefällst mir.» So richtig weiss sie das nie.

«Wann, Frau K., würden Sie Ihren Mann verlassen?»

«Wenn er meinem Kind etwas antut. Oder mich umbringen will.»

Frau K., 34, Einzelkind aus bürgerlichem Hause, wohnhaft in Bern, Buchhalterin, verheiratet und Mutter eines dreijährigen Sohnes, treffe ich an zwei Tagen für je eine Stunde. Der Mann weiss nichts davon, sie möchte anonym bleiben, ich solle auch ihrAlter ändern und den Beruf. «Nicht mal wegen ihm. Ich schäme mich, komme mir blöd vor.» Beim ersten Treffen erzählt sie ausführlich, wie sie L., 41, Angestellter bei einem Discounter, kennenlernte, an einem Konzert von Patent Ochsner war das, und wie sie hin und weg war, verliebt, verlobt, verheiratet, «was für ein Glück ich doch hatte, mit dreissig: so ein Schöner, so ein Starker».

Als wir uns Tage später wiedersehen, sagt Frau K. als Erstes: «Vielleicht stelle ich alles zu rosig dar.»

Allzu viele gab es vor L. nicht. Mit zwanzig hatte Frau K. eine Affäre mit einem älteren Mann, der wollte nur Sex mit ihr, ein paar Jahre später war sie mit einem Geschäftsmann aus Zürich zusammen, dann lebte sie fast zehn Jahre als Single, bevor sie L. traf und zum ersten Mal an Kinder dachte. «Ich wollte alles richtig machen, glauben Sie mir, ich wollte die perfekte Ehe. Nie hätte ich gedacht, dass mir so etwas passiert – mir.» Beim Umzug in die gemeinsame Wohnung am 12. März vor drei Jahren, es war gegen Mittag, sei ihr ein Sechser-Set Teller auf den Boden gefallen. Da habe der Mann es zum ersten Mal gesagt, verächtlich und wie nebenbei: «Du bist dumm wie Brot.» Noch am selben Abend entschuldigte er sich, bei einem Glas Wein, und alles war gut. Eine schöne Nacht sei es gewesen, erinnert sich Frau K. Zwei Wochen später zog er sie an den Haaren, dann kam die erste Ohrfeige und eine Anklage, die er bis heute an sie richtet, laut und wimmernd: «Du engst mich ein, du nimmst mir alle Luft.»

«Vielleicht hat er ja recht», sagt Frau K.

Der Gedanke, dass es an ihr liegen könnte, sei ihr vor einem Jahr gekommen, nach einem Gespräch mit ihrer Freundin, die ungläubig zuhörte, manchmal den Kopf schüttelte und irgendwann fragte: «Provozierst du ihn?» Aufgestanden sei sie und weggerannt, mit Tränen in den Augen und tausend Fragen im Kopf: Gehe ich zu wenig auf ihn ein? Bin ich zu bequem? Zu laut? Zu dumm? Zu dick? Höre ich nicht zu? Denke ich bloss an mich? Verlange ich zu viel von ihm?

«Es braucht immer zwei»

Mit jeder neuen Frage, sagt Frau K. heute, habe sie alle Schuld auf sich geladen, ein grosses, schweres Kreuz. Als sei allein sie dafür verantwortlich – ihr Tun, ihr Lassen, ihr Aussehen –, dass der Mann lärmt und schlägt. «Vielleicht wollte ich auch nur die Kontrolle behalten. Um mich nicht fragen zu müssen: Warum lässt du das mit dir machen? Um das Gefühl zu haben, das nächste Mal werde ich es verhindern können, wenn ich mich nur anders verhalte.» Zu jenem Zeitpunkt – nach zwei Jahren Ehe – hatte Frau

K.bereits einen Nasenbruch hinter sich, Blutergüsse an beiden Armen, einen verrenkten Halswirbel,Würgespuren, eine Bisswunde auf der Brust, ein halbes Dutzend Gehirnerschütterungen, der Mann sagte immer öfter «Schlampe« zu ihr und «Du dummes Stück Scheisse» und Frau K., sie wurde stiller und stummer. Kaum war die Wut aus ihm raus, fragte er sie: «Liebst du mich trotzdem?»

Es war auch die Zeit, da Frau K. sich einzureden begann, dass nur eine Liebe, die schmerzt, eine wahrhaftige Liebe sein könne. Und dass sie dem Mann wenigstens nicht gleichgültig sei. Dass er sie brauche, dass seine Ausbrüche vielleicht nur Schreie seien nach Aufmerksamkeit: Schau mich an, hier bin ich, hör mir zu, kümmere dich, begehre mich.

Aufbrausend sei der Mann schon immer gewesen, sagt Frau K., das erzähle auch seine Mutter, die ihn allein aufgezogen hat. Und ein wenig arrogant, einer, der andere runtermacht und sich dabei gut fühlt. Aber auch liebevoll, witzig und durchaus nicht auf den Kopf gefallen. Und leidenschaftlich sei er, das ganz besonders. «Nach aussen geben wir ein tolles Paar ab, Sie sollten uns mal erleben. Es ist ja nicht so, dass er jeden Tag ausflippt. Manchmal vergehen Zeiten, da sind wir unbeschwert, sorglos, beinahe verträumt. Dann denke ich: Er ist die Liebe meines Lebens. Und: Vielleicht hört es ja irgendwann auf. »

Einmal hat sie sich ihrer Mutter anvertraut, das war vor ein paar Monaten. Damals kam der Mann entnervt von der Arbeit, Frau K. stellte die falsche Frage, er packte sie, «du fette Sau du», drückte sie gegen den Türrahmen, riss ihr die Jeans runter, da schlug sie ihm mit der flachen Hand ins Gesicht, zweimal, dreimal, er liess verdattert von ihr ab und winselte und weinte wie ein kleines Kind. «Hätte ich mich nicht wehren sollen?», fragte Frau K. ihre Mutter. Doch, doch, habe diese erwidert, aberwas sie wirklich meinte, da ist sich Frau K. ganz sicher, war: Siehst du, es braucht eben doch zwei! Genau das habe sie früher auch immer gesagt, wenn die Hubers über ihnen Streit hatten, wenn der Mann die Türen zuknallte und seine Frau ganz fürchterlich schrie, während er sie mit Fäusten und Füssen traktierte. Einmal habe die Mutter auch gesagt: «So sind Männer halt, wenn sie unter Druck sind», und habe ihr dabei zugezwinkert.

Schweigen ist schlimmer

Heute redet Frau K. mit niemandem mehr über die Gewalt in ihren vier Wänden. Manchmal, sagt sie, sei das Unverständnis, das Schweigen über den Schlag fast schlimmer als der Schlag selber. Sie schreibt Tagebuch, sie tut sich Gutes, indem sie Gutes von sich denkt. Und sie notiert alles Mögliche auf Zettel, um ja nichts zu vergessen, um dem Mann keinen Anlass zu geben.

Als er ihr unlängst wieder einmal die Nase gebrochen hatte, dachte sie an die Polizei, die Ungewissheit aber war zu gross: Müsste ich dann gegen ihn aussagen? Hätte ich genügend Beweise? Würde der Mann angeklagt, käme er ins Gefängnis? Will ich das, für mein Kind, für mich? Und habe ich nicht selbst auch zugeschlagen, ihn angeschrien, ins Gesicht gespuckt? Sie könnte das Frauenhaus anrufen, auch das hat sich Frau K. überlegt. Doch dann müsste sie ihr Zuhause verlassen, dieses Nest, das sie doch gebaut hat für ihre kleine Familie, für ihren Sohn und den Mann. «Ich kann das nicht. Ich müsste mir endgültig eingestehen, versagt zu haben», sagt Frau K.

Die letzten Wochen ist der Mann wegen der Corona-Pandemie fast immer zuhause gewesen, zuerst im Homeoffice, jetzt hat er Kurzarbeit. «Schaffen wir das?», hatte Frau K.

ihn gefragt. Und er habe geantwortet, aber sicher, mein Schatz, nun haben wir endlich Zeit, nehmen es gemütlich. In diesen eineinhalb Monaten, sagt Frau K., habe er nur einmal zugeschlagen, eine Ohrfeige und ein Tritt. Um Verzeihung habe er gebettelt,wie jedes Mal danach, er habe fürchterlich geweint, sie habe ihn gestreichelt, und er habe sie gefragt: «Soll ich in Therapie?» «Mal schauen, ich weiss nicht recht», hat Frau K. ihm geantwortet. Sie fürchtet sich davor, was dann alles hochkommen könnte,vielleicht noch Schlimmeres. Und jetzt sei es doch gut so, irgendwie. Sie würden viel reden, er würde kochen, mit dem Sohnemann spielen. «Kann ein Schläger ein guter Vater sein, Frau K.?»

«Wenn er dem Kind nur ein einziges Haar krümmt, bin ich weg. Das weiss der Mann, das riskiert er nicht. Wenigstens da habe ich ihn in der Hand.» Bis jetzt, glaubt Frau K., bekomme das Kind von all dem kaum etwas mit. Ihr Sohn sei fröhlich und der Vater umsichtig. Wenn aber der Kleine heranwächst und die Streitereien anhielten, so werde sie Konsequenzen ziehen. Und wohl gehen.

Hoffnung, sagt Frau K., werde sie bis zuletzt haben, was sonst? Aber auch Angst. Nicht so sehr vor den Schlägen. Sondern davor, dass am Ende nichts mehr von ihr übrigbleibt. Schon der Vater habe ständig zu ihr gesagt, wohl im Scherz: du dummes, dummes Dickerchen. «Wenn ein geliebter Mensch Ihnen so oft sagt, wie blöde Sie sind, wenn er Sie demütigt, Sie herabsetzt, Sie niederdrückt: Sind Sie dann noch liebenswert? Sind Sie dann überhaupt noch etwas wert?» Nicht die Frage, unter welchen Umständen sie den Mann verlassen würde, treibe sie um, sagt Frau K. Es gibt eine andere, die sie viel mehr fürchtet. Und von der sie hofft, dass niemand sie je wird stellen müssen, am wenigsten sie selbst: «Warum bist du geblieben?»

Kommentar: Orte der Gewalt

Wir leben in einer Gesellschaft, in der Gewalt nichts Normales ist. Wer Gewalt anwendet, muss sich rechtfertigen. Wir wollen Gründe für das Handeln eines Gewalttäters, wir wollen ihn verstehen – denn wir wollen, dass diese Person Verantwortung übernimmt für ihr Tun. Auch deshalb nehmen in befriedeten Gesellschaften Antworten auf die Frage: Warum entsteht Gewalt, wie entwickelt sie sich? so viel Platz ein. Das ist bei der häuslichen Gewalt nicht anders. Studien zählen eine Vielzahl von Ursachen auf: Überforderung, Frustration, Existenzängste, beengte Wohnsituationen, Eifersucht, um nur die häufigsten zu nennen. Und sie unterscheiden zwischen unterschiedlichen Typen von Gewalt oder analysieren die Dynamik von Gewalt in Paarbeziehungen: von der Phase des Spannungsaufbaus, die oft mit Beschimpfungen und Demütigungen einhergeht, über den Gewaltausbruch und die Reue des Täters danach (die Psychologie redet hier von einer «Honeymoon-Phase») bis hin zum Abschieben der Verantwortung – als sei das alles einfach «so über sie gekommen». Tatsächlich scheinen viele Einzelfälle von häuslicher Gewalt – auch jener von Frau K. – einem solchen Muster zu folgen.

Was in derlei psychologischen Studien bisweilen zu kurz kommt, ist die gesellschaftliche Atmosphäre, der soziale Ort, wo Gewalt stattfindet. Damit sind nicht bloss physische Orte gemeint, wie Schlachtfelder oder Schlafzimmer. Es geht allgemein um den Platz, den wir als Gesellschaft der Gewalt einräumen. Beispielsweise, indem wir das Reden über Gewalt tabuisieren; man denkt vielleicht, dadurch verliere sie an Gewicht, in Wahrheit aber wird sie nur noch mächtiger. Oder indem wir Narrative entwerfen oder nur schon zulassen, die Gewalt verharmlosen oder normalisieren. Wie im Fall von Frau K.s Mutter, die offenbar findet, zum Krach gehörten immer zwei, das sei doch ganz normal. Oder ihre Freundin, die mit der schlichten Frage «Provozierst du ihn?» so tut, als könne das Opfer im Grunde immer über den Täter bestimmen und als sei Gewalt dadurch weniger schlimm, weil kontrollierbar. Am Ende, sagt Frau K., fürchte sie sich vor dem Verlust ihres Selbstwerts – davor, dass nichts mehr von ihr übrigbleibt und sie verstummt. Auch dies ist ein Ort der Gewalt, ein stiller zwar, aber ein schrecklicher. Er tut sich immer dann auf, wenn die Gesellschaft den Opfern die Möglichkeit nimmt, über das Unfassbare, das ihnen widerfahren ist, zu reden – über dieses eine Wort oder diesen einen Schlag, der ihr Leben in ein Vorher und in ein Nachher teilt. Solange solche Orte existieren, wo Gewalt sich einnisten und ausbreiten kann, besteht die Gefahr, dass Täter geschützt werden und ihre Opfer schweigen. Die Gewalt wird dadurch nicht weniger und auch nicht weniger tragisch. Manchmal, sagte Frau K. im Gespräch, sei das Schweigen über die Gewalt schlimmer als die Gewalt selbst.

«Ich verurteile keine Menschen, aber gewalttätiges Verhalten»

Der Gewaltberater Diego Andenmatten berät in der Fachstelle Gewalt Bern Täter und Täterinnen. Hierin liege ein Schlsel zu nachhaltigem Opferschutz, davon ist er erzeugt.

Text: Sara Winter Sayilir

Diego Andenmatten, Sie beraten Gewalttäter und -täterinnen. Gibt es aktuell durch die Corona-Krise mehr Beratungsbedarf?

Diego Andenmatten: Bei uns gingen die Anfragen zu Beginn der Krise zurück. Nach einiger Zeit, und einigen Medienberichten über unsere Arbeit, wurde die Hotline stärker genutzt. Unsere Erfahrung ist: Je präsenter unser Angebot ist, desto mehr Personen melden sich bei uns. Nach wie vor ist es aber schwierig, unsere Zielgruppe zu erreichen und auf die Beratung aufmerksam zu machen.

Der Dachverband maenner.ch bietet auf seiner Webseite ein «Survival Kit» für Männer unter Druck an. Ihre Fachstelle hat bei der Erarbeitung des Merkblattes mitgeholfen. Was hat es damit auf sich?

Wir wollten ein Papier verfassen, um einem Anstieg von häuslicher Gewalt während des Lockdown entgegenzuwirken. Das Merkblatt «Männer unter Druck» fasst Ideen zusammen, wie man eine brenzlige Situation ohne Gewaltanwendung entschärfen kann. Dort stehen Empfehlungen wie: Tu dir selbst etwas Gutes. Versuch zu akzeptieren, dass die Situation im Moment schwierig ist. Die Betroffenen sollen merken: Ich bin nicht der Einzige, der momentan unter Druck steht, und ich trage die Verantwortung dafür, diese Krise ohne Gewalt zu bewältigen. Einer der Punkte ist natürlich auch: Hol dir Hilfe, wenn du an deine Grenzen stösst.

Wen erreichen Sie damit?

Gute Frage. Leute, die gewisse Medien konsumieren. Es ist sehr schwierig, an bestimmte Zielgruppen heranzukommen, denn häusliche Gewalt wird nach wie vor tabuisiert. Zudem ist es ein Merkblatt für Männer. Es wäre wichtig, auch ein Merkblatt für Frauen und Jugendliche zu erarbeiten.

Als der Lockdown ausgerufen wurde, vermuteten viele Fachpersonen einen Anstieg häuslicher Gewalt. Was meinen Sie?

Wir gehen davon aus, dass es in Krisensituationen verstärkt zu häuslicher Gewalt kommt. Krisen destabilisieren, und leider wird häufig versucht, eine instabile Situation mittels Gewalt zu stabilisieren. Weil häusliche Gewalt zum grossen Teil im Verborgenen stattfindet, bilden die Angaben von Polizei, Frauenhäusern, Gewaltberatungsstellen nicht ab, was tatsächlich hinter den Türen passiert. Daher gehen wir davon aus, dass die Dunkelziffer hoch ist.

Wann kommt jemand zu Ihnen in die Beratung?

Es gibt zwei verschiedene Szenarien: Entweder hat eine offizielle Institution wie die KESB oder die Staatsanwaltschaft verfügt, dass jemand zu uns in die Beratung kommen muss, oder der- oder diejenige kommt freiwillig. Viele Täter und Täterinnen schämen sich für ihr Verhalten und wollten gar nicht erst gewalttätig werden. Unsere Haltung ist: Wer Gewalt anwendet, hat entschieden, sich so zu verhalten, und trägt dafür die volle Verantwortung. Wichtig ist: Man kann sich immer auch für eine gewaltfreie Reaktion entscheiden, denn Verhalten ist veränderbar.

Und was sind das für Menschen, die sogenannten gewaltausübenden Personen, wie Sie Ihre Klienten nennen?

Gewalttätiges Verhalten macht keinen Unterschied zwischen Nationalität, Bildungshintergrund oder finanziellem Einkommen. Zu uns in die Fachstelle kommen Manager und Büezerinnen. Es kommen Menschen mit und ohne Schweizer Pass. Erwerbstätige, Sozialhilfeempfangende, Jugendliche sowie Rentner und Rentnerinnen.

Ist mit häuslicher Gewalt immer physische Gewalt gemeint?

Nein. Zu uns kommen auch Menschen, die in bestimmten Situationen ihre Partner abwerten oder beschimpfen, und dies so nicht mehr wollen. Zu mir kam mal ein junger Mann, der seine Freundin regelmässig mit «Schlampe» betitelte und verbal «komplett austickte», wie er es formulierte, wenn sie mit anderen Männern redete.

Täter und Täterinnen als Menschen, die sich schämen und etwas ändern wollen: Was Sie beschreiben, entspricht aber nicht dem Stereotyp vom prügelnden Täter, der zuhause ein Terrorregime führt.

Richtig. Die Wissenschaft unterscheidet zwischen zwei Typen von häuslicher Gewalt: Es gibt den Typus des systematischen Kontroll- und Gewaltverhaltens. Hierbei sind es vor allem Männer, die Frauen und auch Kinder schlagen, entwürdigen und kontrollieren: ökonomisch, psychisch, physisch, freiheitsberaubend. Da geht es um Machtmissbrauch, um die Beziehung und das Gegenüber zu dominieren, oft auf sehr brutale Art. Mit diesem Typus haben wir in der Fachstelle Gewalt Bern auch, aber weniger häufig zu tun. Der andere Typ häuslicher Gewalt – das Verhältnis ist etwa 50 zu 50 – meint Gewalt als spontanes Konfliktverhalten. Dabei kommt es zu verbalen und physischen Reaktionen auf einen konkreten Konflikt, wie Meinungsverschiedenheiten oder Uneinigkeiten. Auch hier kann es zu schwerwiegenden Gewalthandlungen kommen.

Woran liegt das?

Unter den Menschen mit einem systematischen Kontroll- und Gewaltverhalten sind häufig Leute, deren Empathiefähigkeit herabgesetzt ist und die zum Beispiel noch eine narzisstische Thematik haben – da stecken zusätzlich psychiatrische Probleme dahinter. Zu uns gelangen hingegen vor allem Menschen, bei welchen keine psychiatrische Diagnose in Zusammenhang mit dem gewalttätigem Verhalten in Verbindung steht.

Was machen Sie in der Beratung? Was hilft Gewalttätigen, ihr Verhalten zu ändern?

Zu Beginn wollen wir herausfinden, wer der Mensch und seine Situation ist, und ob eine weitere Gefährdung für das Opfer besteht. Denn das Opfer soll sicher sein. Für uns gilt: Täterarbeit ist Opferschutz. Wir sprechen also über eine mögliche Gefährdung des Opfers. Dadurch mache ich von Beginn an klar, dass die Verantwortung für die Gewalttat ausschliesslich bei der gewaltausübenden Person liegt. Während dem gesamten Beratungsprozess arbeiten wir immer wieder daran, ich lasse keine Rechtfertigung gelten. Wichtig ist zudem meine Haltung: Ich verurteile keine Menschen, ich verurteile gewalttätiges Verhalten. Dadurch kriege ich meist einen Zugang zu den Klienten und Klientinnen, und wir können Themen bearbeiten. Die Selbstwahrnehmung ist eines davon. Wir arbeiten daran, die eigenen Gefühle wahrzunehmen, in Worte zu fassen und die eigenen Grenzen wahrzunehmen und setzen zu lernen. Und wir bearbeiten Kommunikationsmuster. Es ist auffallend, dass gewaltausübende Menschen ihre eigenen Bedürfnisse oder Wünsche nicht ausdrücken können. Oder sie bemerken nicht, dass es, wenn sie Sätze mit «Du bist ...» beginnen, oft zu Konflikten kommt.

Offenbar geht es auch darum, Verständnis für das Innenleben derTäter und Täterinnen zu entwickeln. Das erscheint vielen Opfern häuslicher Gewalt sicher kontraintuitiv.

Wichtig zu sagen ist, dass kein Innenleben gewalttätiges Verhalten legitimiert. Das Innenleben nimmt jedoch einen zentralen Faktor bei jeder Gewalttat ein und ist aus unserer Sicht ein Schlüsselelement in der Beratung. Eine gewaltausübende Person ist viel mehr als ihr gewalttätiges Verhalten. Es ist doch absurd, dass beispielsweise im Falle eines Polizeieinsatzes die gewaltausübende Person nicht direkt in die Verantwortung genommen wird. Wie soll sich da etwas ändern? Da müsste ein Umdenken unter anderem in der Politik stattfinden, sodass jeder, der wegen Gewalt mit der Polizei in Konflikt gerät, verpflichtend mit einem Gewaltberater zusammensitzen muss. Aber das findet bisher kaum statt. Das liegt wohl auch am Menschenbild: Viele sind immer noch davon überzeugt, dass Menschen ihr Verhalten nicht ändern können oder wollen. Dass man ist, wie man ist, und fertig. Solange dieses Denken vorherrscht, reproduzieren wir immer wieder dieselben Muster.

Wann ist eine Beratung erfolgreich?

Einsicht, Verantwortungsübernahme, verbesserte Selbstwahrnehmung und die Bereitschaft, etwas zu verändern, sind wichtige Marker für eine erfolgreiche Beratung. Wenn Beratene von Konfliktsituationen erzählen, in denen sie keine Gewalt mehr ausgeübt haben, sondern bewusst anders reagiert haben.

 

Jemand zum Reden

Minderjährige Kinder und Jugendliche sind im besonderen Masse auf Hilfe von aussen angewiesen, sagen die Meldestellen. Der Lockdown steigert vor allem den Bedarf an unabhängigen Gesprächspartnern.

Text: Diana Frei

«Viele sagen uns zurzeit: Ich will meine Kollegen sehen, aber meine Eltern verbieten es mir», sagt Petra Schneider. Sie ist ausgebildete Psychologin und Beraterin bei der Hotline 147 für Kinder und Jugendliche der Pro Juventute. Wenn Eltern zurzeit ein Kontaktverbot aufstellen, entsteht das aus Sorge – trotzdem belastet es die Jugendlichen. Pro Juventute hat während der Einschränkungen des öffentlichen Lebens im März und April eine Zunahme der telefonischen Beratungen um 7,5 Prozent festgestellt. Die Hotline ist generell 24 Stunden in Betrieb, die zusätzlichen Beratungskanäle wie SMS, E-Mail und Chat wurden ausgebaut.

Es sind die typischen Pubertätsthemen, die sich in einer Lockdown-Situation erst recht potenzieren. Man fühlt sich von den Eltern unverstanden, man fühlt sich einsam auf der Welt. Und: Man geht sich in der Familie auf die Nerven. Es gibt Streit, auch unter Geschwistern. Die meisten, die Schneider am Telefon hat, sind zwischen 15 und 22 Jahre alt, die jüngsten vielleicht 12, 13. «Gerade die Jüngeren sagen auch: Mir ist so langweilig. Ich weiss nicht mehr, was ich machen soll.»

Die Themen, die die Jugendlichen auch ohne Coronavirus beschäftigen, sind vielfältig: Trennung und Scheidung der Eltern, Konflikte bis hin zur Gewalt, physisch, psychisch. Manche Jugendliche werden von den Eltern verbal herabgesetzt, in ihrem Selbstwert verletzt. Oder man schreit sich nur noch an, der Streit hat sich als normaler Umgangston längst etabliert. «Auch Druck und Stress sind Dinge, die immer wieder auftauchen. Das hat in den letzten Jahren zugenommen», sagt Schneider. «Aber viele melden sich auch mit kleineren Sorgen und Fragen.» Themen, die man auch mit seinen Freunden bespricht. Aber auch die sind jetzt nicht mehr so schnell erreichbar. Auch ist da keine Schulsozialarbeiterin mehr auf dem Pausenplatz, die man spontan fragen kann: «Hast du nachher kurz Zeit für mich?» Etliche der Anruferinnen und Anrufer bei 147 sind bereits in Behandlung, wegen Depressionen etwa. Aber auch ihre Therapiestunden finden zurzeit seltener statt oder werden durch Telefontermine ersetzt.

Aggressionen brechen unter Druck auf

Petra Schneider hat die Kompetenz, die Polizei oder die Ambulanz vorbeizuschicken. Sie tut es, wenn jemand zum Beispiel das Gespräch abbricht und ihr das Bauchgefühl sagt, dass es um Leben und Tod gehen könnte. Aber oft ist es vor allem eines, das die Kinder und Jugendlichen brauchen: jemanden zum Reden. In einem Lockdown gehören Gesprächspartner zum Ersten, das rar wird.

Kinderschutz Schweiz hat schon früh auf eine möglichst baldige Wiederöffnung der obligatorischen Schulen gedrängt. Denn während sich Jugendliche aktiv Hilfe holen können, sind nicht nur Kleinkinder auf Hilfe von aussen angewiesen, auch Primarschüler rufen nicht von sich aus eine Hotline an. «Gerade Kleinkinder und Kinder während der ersten Schuljahre sind aber besonders stark von Gewalterfahrungen innerhalb der Familie betroffen», sagt Regula Bernhard Hug, Leiterin der Geschäftsstelle Kinderschutz Schweiz. Die neusten Zahlen zu vermuteter oder sicherer Kindsmisshandlung, die ambulant oder stationär an einer schweizerischen Kinderklinik behandelt worden waren, belaufen sich auf 1502 Fälle pro Jahr. Eine befürchtete Zunahme von schwerer Gewalt während des Corona-Lockdowns hat sich bis jetzt nicht in polizeilichen Statistiken niedergeschlagen. Aber Bernhard Hug sagt: «Die Anfragen von Betroffenen haben bei uns in den letzten Wochen zugenommen.» Es sind vor allem Mütter, die Paargewalt erleben und nicht wissen, was sie tun sollen. Die Kinder sind mitbetroffen: physisch manchmal, psychisch immer.

Kinderschutz Schweiz hat 2017 in einer repräsentativen Befragung das Bestrafungsverhalten von Eltern grundsätzlich untersucht. Fazit: Jedes zweite Kind erfährt Gewalt. «Sie gehört bei den meisten aber nicht zum grundsätzlichen Erziehungsstil. Die meisten Eltern wollen keine Gewalt anwenden», sagt Bernhard Hug. Sie passiert also meist aus dem Affekt, aus der Überforderung heraus. Und die kann in einer Lockdown-Situation mit der Mehrfachbelastung von Fernunterricht, gleichzeitigem Homeoffice und allfälligen Existenzängsten zunehmen.

Eine Studie der ZHAW weist zudem darauf hin, dass der Kindesschutz in den kleineren und mittelgrossen Gemeinden vieler Kantone von den Sozialdiensten wahrgenommen werde. Während der Einschränkungen des öffentlichen Lebens würden aber auch Hausbesuche vor Ort nicht mehr durchgeführt. «Statt sich selbst ein Bild von der familiären Situation machen und nonverbale Zeichen wie Körpersprache oder Umgebungseindrücke erfassen zu können, bleiben den Diensten meist nur die Erzählungen der Eltern», hält die Studie fest. Zudem fielen Gefährdungsmeldungen von anderen Institutionen wie Spielgruppen, Schulen oder Vereinen weg.

Enge Begleitung für belastete Familien

Die Schulen sind darauf bedacht, dass die Kinder ihnen trotz Fernunterricht nicht entgleiten. «Lehrpersonen sind oft enge Bezugspersonen für die Schülerinnen und Schüler. Wenn sie eine Gefährdung des Kindswohls vermuten, stehen ihnen Fachleute unterstützend zur Verfügung, zum Beispiel die Schulsozialarbeit», sagt Marion Voelger, Leiterin des Volksschulamtes Zürich. Und fügt an: «Herausforderungen können aber nicht nur durch die sozialen Verhältnisse in den Familien entstehen, sondern ebenso durch besondere pädagogische Bedürfnisse der Kinder.»

Muriel Wolf Landau von den Sozialen Diensten Zürich nennt dafür verschiedenste Beispiele. «Manchen Familien mit Kindern in den unteren Stufen fehlen die nötige Infrastruktur oder die digitalen Kompetenzen für den virtuellen Unterricht. Andere brauchen Unterstützung bei der Gestaltung einer Tagesstruktur», sagt sie. «Auch die Gemütslage der Kinder und der Eltern ist ein wichtiger Fokus. Die aktuelle Unsicherheit macht auch vor Kindern nicht halt.» Eine Häufung von familiärer Gewalt haben die Sozialen Dienste Zürich bisher nicht festgestellt. Für belastete Familien haben die Schulsozialarbeitenden Kinderbetreuungen aufgegleist. Besteht der Verdacht der Gefährdung eines Kindes, bieten die Schulsozialarbeitenden der Familie ihre Unterstützung an, zum Beispiel eine Beratung durch Sozialarbeitende oder andere Fachstellen. Verbessert sich die Situation nicht, prüfen sie eine Gefährdungsmeldung an die Kindesschutzbehörde. «Denn Schulsozialarbeitende führen eine amtliche Tätigkeit aus und sind damit verpflichtet, eine Meldung bei der KESB einzureichen oder bei der Polizei Strafanzeige zu erstatten, sofern das Kindeswohl gefährdet ist und einvernehmliche Massnahmen nicht möglich sind», sagt Wolf Landau.

Nicht mehr Meldungen

Statistik Während aus anderen Ländern von einer Zunahme berichtet wird, bleibt es in der Schweiz erraschend ruhig. Beratungsstellen suchen nach Erklärungen.

Text: Simon Jäggi

Ende März, als das öffentliche Leben in der Schweiz heruntergefahren wurde, bereiteten sich die Anlaufstellen für Opfer von häuslicher Gewalt auf das Schlimmste vor. Frauenhäuser mieteten in Hotels zusätzliche Plätze hinzu, Hotlines bauten ihre Erreichbarkeiten aus. Aus China war nach Verordnung der Ausgangssperren eine massive Zunahme von häuslicher Gewalt vermeldet worden. Auch aus Italien gab es Hinweise auf eine deutliche Zunahme. Uno-GeneralsekretärAntónio Guterres rief Regierungen weltweit dazu auf, Frauen und Mädchen in ihrem eigenen Heim zu schützen und vorbeugende Massnahmen zu treffen.

In der Schweiz stellten sich Anlaufstellen und Behörden auf eine ähnliche Entwicklung ein. Denn wenn Paare in gewaltgeprägten Beziehungen plötzlich mehr Zeit als bisher zuhause verbringen, es an Ausweichmöglichkeiten fehlt und unter Umständen zusätzliche Stressfaktoren dazukommen, entsteht eine gefährliche Mischung. «Für uns war es naheliegend, dass die Fälle auch hierzulande zunehmen», sagt Doris Binda, Beraterin und Teil des Leitungsteams beim Frauen-Nottelefon in Winterthur.

Ein Einzelfall

Bisher – Stand Anfang Mai – deutet in der Schweiz jedoch offiziell nichts auf eine Zunahme häuslicher Gewalt hin. Opferhilfen in Basel, Bern und Zürich berichten alle unisono: «Wirverzeichnen keine Zunahme von Beratungen im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt.» Nach dem Lockdown gingen die Anrufe bei vielen Beratungsstellen eher leicht zurück.Auch verschiedene Kantonspolizeien melden: «keine steigende Tendenz». Regula Bernhard Hug vom Kinderschutz Schweiz spricht dagegen von einer Zunahme von Beratungen.

Trotzdem: Die Schweiz scheint im europäischen Vergleich ein Einzelfall. In Frankreich berichtete die Polizei Mitte April von einer Zunahme häuslicher Gewalt um 32 Prozent. In Grossbritannien sprach der telefonische Beratungsdienst für häusliche Gewalt von einer Zunahme um 25 Prozent. Und selbst in Deutschland, wo die Ausgangsbeschränkungen vergleichsweise mild ausgefallen waren, verzeichnete das nationale Hilfstelefon zuletzt eine Zunahme der Anrufe um 17,5 Prozent. Die Gewaltschutzambulanz der Berliner Charité berichtete von einem sprunghaften Anstieg von Fällen schwerer Gewalt, wie etwa Würgemale oder Mittelgesichtsbrüche.

Weshalb bleiben die Zahlen in der Schweiz konstant, während sie in vielen anderen Ländern steigen? «Für uns kommen zwei Erklärungen infrage», sagt Doris Binda. «Einerseits waren die Ausgangsbeschränkungen in der Schweiz weniger einschneidend als in anderen Ländern. Und gleichzeitig sind die Hürden, um sich Hilfe zu holen in der aktuellen Phase noch höher als sonst.» Weitere Anlauf- und Beratungsstellen greifen zur selben Erklärung, so auch die Opferhilfe Bern. «Wir vermuten zudem, dass sich gewisse Leute nicht melden können,weil die gewaltausübende Person immer in der Nähe ist», sagt Pia Altorfer von der Opferhilfe in Bern. Wie viele andere vermutet auch sie: Die Meldungen könnten zeitverzögert noch steigen, wenn der Lockdown gelockert wird.

Doris Binda arbeitet seit sechzehn Jahren in der Opferhilfe. Sie weiss, wie schwer vielen Betroffenen das Hilfeholen grundsätzlich fällt. «Die Scham ist oft sehr gross.» Viele Opfer fühlen sich mitschuldig. Hoffen, der Partner oder die Partnerin werde sich bessern. Oder es bestehen Abhängigkeiten, finanzielle wie auch im Hinblick auf die Aufenthaltsgenehmigung. «Wir vermuten, dass viele Frauen in der aktuellen Situation noch vorsichtiger sind. Weil sie befürchten, dass sich die bereits schwierige Lage noch weiterverschlimmern könnte», so Binda. Vor einigen Tagen hatte eine Psychologin der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich in der Zeitung Bund die Vermutung geäussert, die aktuelle Situation könnte eine gewaltmindernde Wirkung haben und Paare sich angesichts eines äusseren Feindes stärker zusammenraufen. Doris Binda sieht diese Theorie kritisch. «Ich halte es für unwahrscheinlich, dass die aktuelle Situation eine Chance auf eine grundlegende Änderung für belastete Beziehungen darstellt, aber sehrwohl vorübergehend Entspannung geben kann.» Häusliche Gewalt habe tiefliegende Gründe, es herrsche ein Machtungleichgewicht, den Gewaltausübenden fehle es an Empathie, Respekt und Selbstkontrolle. «Bei Fällen von spontaner Gewalt in einer Beziehung auf Augenhöhe könnte ich mir allenfalls eine mildernde Wirkung vorstellen. Die meisten unserer Klientinnen leiden aber unter systemischer Gewalt», so Binda.

Die Beratungsstellen sind durch die Pandemie ebenfalls eingeschränkt, können aber auch in Corona-Zeiten dieselbe Hilfe kostenlos und vertraulich anbieten wie sonst. Sie zeigen telefonisch Unterstützungsmöglichkeiten auf, vermitteln den Kontakt zu Anwälten, bereiten externe Platzierungen vor. Seit dem 11. Mai sind neben Telefonberatungen in Einzelfällen auch wieder persönliche Beratungen möglich. «Unser Ziel ist unverändert dasselbe», sagt Doris Binda. «Mit Betroffenen einen Ausweg aus ihrer Angst finden. Und sie umfassend über ihre Möglichkeiten informieren. Damit sie am Schluss selbstbestimmt eine Entscheidung treffen können.»

Mehr dazu, warum es gerade jetzt einen Schwerpunkt zu Häuslicher Gewalt braucht, hier im Podcast mit Simon Berginz und Redaktorin Sara Winter Sayilir.