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Verkäufer*innenkolumne
Brief an eine*n Unbekannte*n

NICOLAS GABRIEL verkauft Surprise auf der Achse Rudolf-Brun-Brücke/Urania-Sternwarte zu sehr unregelmässigen Zeiten. Liebt D/F, Literatur, Zeichnungen/Gemälde.

Hallo. Ich bin der Nicolas. Ich denke an Sie. Ich schreibe Ihnen.

Ich frage: Welche Worte sind die richtigen? Ihr gerade jetzt in meiner Seelenkammer aufleuchtender Impuls führt mich zu den 68ern, den Wilden mit dem grossen Herzen. Ich gehöre nicht dazu. Mein Opa hat uns liebevoll anders geschmiedet, uns Enkel. Aus mir wurde zwar auch ein Fragender (als Hermann-Hesse-Nahestehender). Die Antworten hat mir das Leben geliefert: Wenn Du Dir etwas wünschst, erbring den Einsatz, vertrau, dass Du zu Grossem geboren. Einem Gladiator gleich, der in den Kampf zieht, darfst Du Dir zuerst etwas gönnen, damals war’s ein üppiges Mahl. Sodann leg los. Das Ziel liegt noch in weiter Ferne. Du wirst es aus den Augen verlieren. Möglicherweise toben und todunglücklich sein. Das ist der Zeitpunkt, indem jemand anders für Dich zu atmen beginnt! Ich stand vor siebzehn Jahren fast wie ein Neugeborener hungrig ohne Haus und Hemd. Über Afrika, Heirat und Romandie zurück in der Zürcher Heimat vor der magischen Tür: Surprise. Das war das Samenkorn, aus dem mein heutiger Reichtum spross. Dach, Brot und Liebe wurden mit den Jahren wahr. Ich bin jetzt 57. Den Glauben, liebe Leserin, lieber Leser, verliere nie. Träume werden auch für Sie irgendwann ewig wahr. 

 

Die Texte für diese Kolumne werden in Workshops unter der Leitung von Surprise und Stephan Pörtner erarbeitet. Die Illustration zur Kolumne entsteht in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern – Design & Kunst, Studienrichtung Illustration.