Skip to main content
Auf Reisen
Cambridge, England

Lee Welham, 34, stammt aus der südostenglischen Küstenstadt Great Yarmouth. Nachdem seine Familie auseinandergebrochen war, fing er in Cambridge noch einmal von vorne an. Er verkauft The Big Issue vor der Kirche Round Church. Oft bleiben Passanten stehen, um seinen Witzen zuzuhören.

Was ich an Cambridge mag

Cambridge ist die Welthauptstadt des Lernens. Es gibt hier so viele gute Dinge zu sehen: all die Hochschulen und die verschiedenen Kulturen, die hier zusammenkommen. Ich habe gelernt, in mindestens 25 Sprachen ‹Danke› zu sagen. Am liebsten mag ich Afrikaans. Es heisst ‹baie dankie›, und meine Eselsbrücke dazu ist ‹buy a donkey› (dt: kauf einen Esel).

Die beste Geschichte

Hier in Cambridge hat sich Grosses ereignet, die Stadt ist voller Gedenktafeln und voll von Geschichte. Eine besondere ist die von Oliver Cromwell, der die Königsfamilie abschaffen wollte. Sie steckten seinen Kopf in Westminster auf eine Lanze, dann brachten sie ihn hierher zurück und begruben ihn beim Sidney Sussex College.

Mein Lieblingspark

Christ’s Pieces wurde zum fünft besten Park im Vereinigten Königreich gewählt. Er ist reizvoll, besonders in der Weihnachtszeit, wenn all die schönen Lichter brennen, sobald es dunkel wird. Der Park wird gut gepflegt. Morgens um vier liegt da extrem viel Müll herum, und die Gemeindearbeiter, die dort putzen, haben wirklich eine Medaille verdient. Cambridge sieht immer schön aus für die Touristen.

Bestes Café

Meinen Tee hole ich bei Bould Brothers Coffee. Die sind dort richtig nett zu mir, wie übrigens auch die Leute bei Toni & Guy, wenn ich einen Haarschnitt brauche.

Mein Lieblingsort

Trinity Hall gehört zu meinen Favoriten, weil es eine der angesehensten Colleges ist. Es ist wunderbar, dort herumzuspazieren. Auf der Anlage steht der Newton Apple Tree, der direkt von jenem Apfelbaum abstammt, dank dem Isaac Newton die Schwerkraft entdeckt hat.

Was Sie nicht in Reiseführern finden

Allama Muhammad Iqbal wird als geistiger Vater von Pakistan bezeichnet. Ich wusste erst nichts über ihn, aber eine Menge Leute fragen mich: ‹Wo ist der Portugal Place? Wir wollen uns ansehen, wo Iqbal studiert hat!› Es gibt da zwar eine Gedenktafel, aber der Ort wird nicht in Broschüren und Flugblättern beworben.

Mein Verkaufsplatz

Ich verkaufe vor der Round Church, der ältesten Rundkirche im Königreich, erbaut um 1130. Sie ist rund, weil man so keinen Teufel in der Ecke verstecken kann. Ab den Kreuzzügen mussten alle Kirchen kreuzförmig sein, damit Gott Jesuskreuze sah, wenn er auf die Erde herunterblickte. Der alte Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, ist klasse. Er kommt zweimal die Woche bei mir vorbei, um zu fragen, wie es mir geht.