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Die Sozialzahl
Das Altern ist uns teuer

Der Übergang von der Erwerbstätigkeit in den Ruhestand verändert die Einkommens- und Ausgabensituation gravierend. Die Renteneinkommen fallen oft deutlich tiefer aus, und viele erreichen die anvisierten 60 Prozent des früheren Erwerbseinkommens nicht. Auf der Ausgabenseite nehmen insbesondere die Aufwendungen für den Erhalt der Gesundheit, die Betreuung und Pflege im Alter deutlich zu.

2016 betrugen die gesamten Gesundheitskosten in der Schweiz rund 80,5 Milliarden Franken. 15,7 Milliarden wurden für die stationäre Behandlung in den Spitälern ausgegeben, 21,4 Milliarden für die ambulante Behandlung in den Arztpraxen und weitere 15,6 Milliarden für die Langzeitpflege. Überproportional viel kosten – wenig überraschend – Personen im Rentenalter. So verursachen Neurentnerinnen und Neurentner im Schnitt erstmals mehr als 1 000 Franken Gesundheitskosten pro Monat, bei den 76- bis 80-Jährigen sind es schon 2 000 Franken. Obwohl die Rentnerinnen und Rentner nur 17 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen, lösen sie 44 Prozent der gesamten Gesundheitskosten aus.

Ein guter Teil der anfallenden Gesundheitskosten wird über die Prämien der obligatorischen Krankenversicherung abgedeckt. Die Höhe der Prämie orientiert sich bekanntermassen nicht wie bei den anderen Sozialversicherungen am Einkommen. Dies führt bei vielen Rentnerhaushalten zu spürbaren finanziellen Belastungen und Einschränkungen bei anderen Ausgaben. Dazu kommen die selber zu tragenden Franchisen und der Selbstbehalt. Laufende Diskussionen zur Eindämmung der steigenden Gesundheitskosten können zu weiteren Belastungen führen. So würde die kürzlich im Nationalrat vorgeschlagene Erhöhung der Mindestfranchise auf 500 Franken vor allem Chronisch-Kranke treffen, die auf regelmässige Gesundheitsleistungen angewiesen sind, und Menschen mit wenig Einkommen. Beides trifft auf eine grosse Zahl von Rentnerhaushalten zu. Ähnliche Befürchtungen kommen auf, wenn man sich die Entwicklung bei den Prämienverbilligungen ansieht. Auch hier können Sparmassnahmen in einzelnen Kantonen dazu führen, dass Rentnerhaushalte aus dem Kreis der Anspruchsberechtigten herausfallen.

Ein besonderes Merkmal des Gesundheitsmarktes in der Schweiz ist der hohe Anteil an anfallenden Gesundheitskosten, die neben den Franchisen und dem Selbstbehalt in den Krankenversicherungen zusätzlich aus dem eigenen Portemonnaie beglichen werden. 2016 beliefen sich diese sogenannten Selbstzahlungen auf rund 24,5 Milliarden Franken oder 30 Prozent der gesamten Gesundheitskosten. 5,4 Milliarden Franken wurden für Zusatzversicherungen ausgegeben, 3 Milliarden entfielen auf selbst bezahlte Arztleistungen, weitere 2,8 Milliarden gaben die Leute in der Schweiz beim Zahnarzt aus und nochmals 1,6 Milliarden Franken wurden für den Kauf von Medikamenten verwendet.

Besonders wichtig für Ältere sind die Ausgaben für die Hotellerie und die Betreuungstaxen in den Pflegeheimen, die sich auf rund 5,5 Milliarden Franken beliefen und ebenfalls, soweit sie nicht von den Ergänzungsleistungen übernommen werden, selbst bezahlt werden müssen. Es erstaunt darum nicht, dass das Eintrittsalter in Pflegeheime stetig ansteigt und die durchschnittliche Aufenthaltsdauer kürzer und kürzer wird.