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Corona
«Nun kannst du dich gar nicht mehr darüber freuen»

Für Angèle war der Tod eine Erlösung. Und doch hadert ihre Tochter Sandra damit. Wegen der Pandemie – und weil das Sterben eines geliebten Menschen uns fundamental erschüttert.

An einem Donnerstag im November bekommt Angèle im Altersheim plötzlich Fieber. Sandra denkt nicht an Corona, macht sich aber Sorgen und bittet darum, informiert zu werden, falls es Angèle schlechter ginge. Noch am Tag zuvor war es überraschend intensiv mit der Mutter gewesen: Deutlich hatte sie sich gewünscht, die Hand der Tochter zu halten, und Sandra hatte sie im Arm gehalten und gestreichelt – trotz Massnahmen. «Mir war es in dem Moment wichtiger, ihr nah zu sein, wenn sie schon einmal von sich aus einen Wunsch äusserte, den ich ihr erfüllen konnte.»

Am Freitag wird Angèle einem Corona-Test unterzogen. Als Sandra abends anruft, ist nur noch die Nachtschwester da. Angèle habe weiterhin hohes Fieber, das Testresultat komme aber erst am Montag. Ja, wie hoch ist denn das Fieber? 39,9.

«Da hätte man mich meiner Meinung nach tagsüber von sich aus informieren können. Ich hatte doch explizit darum gebeten – und das ist ja kein tiefer Wert.» Am nächsten Morgen ist das Fieber weiterhin hoch, immerhin trinke Angèle, teilt man der Tochter mit. Auch die Sauerstoffsättigung sei ok. «In diesem Moment wollte ich doch gern einen Arzt zuziehen – es hätte ja auch sein können, dass es ein bakterieller Infekt ist und man etwas tun könnte. Und sollte!» Sandra will verhindern, dass ihre Mutter irgendwelche Hilfe nicht bekommt, nur weil sie nicht mehr explizit darum bitten kann.

Doch der Heimarzt ist im Wochenende. Und der Notfallarzt, den die Heimleitung verständigt, bedient das Altersheim zuletzt. «Das ganze System war natürlich überlastet und unter hohem Druck – ich will das auch niemandem zum Vorwurf machen, aber man muss sich einfach bewusst sein, dass dies eine abartige Situation ist mit Corona.» Am Samstagabend um 20 Uhr ruft der Arzt Sandra an. Es gehe der Mutter tatsächlich nicht gut, das Fieber sinke trotz Medikamenten nicht und die Sauerstoffsättigung sei auch nicht mehr gut. Sie schlafe aber ruhig.

Zehn Minuten Zeit hat Sandra, um sich zu entscheiden, ob man die Mutter wecken, womöglich vollkommen verunsichern und verängstigen und ins Spital verlegen soll. In Sandra streiten sich Pro und Contra: Im Spital könnte sie ihre Mutter aufgrund der Pandemieregeln nicht mehr besuchen. Sollte sich herausstellen, dass sie kein Covid-19 hat, wäre das Ansteckungsrisiko im Spital viel höher als im Altersheim. Zudem würde im Spital wahrscheinlich auch nicht viel mehr passieren als jetzt, da Angèles lange Krankengeschichte und ihr Zustand eine Aufnahme in die Intensivversorgung auch aus ärztlicher Sicht unwahrscheinlich machen. Darf ein Mensch irgendwann einmal auch gehen, oder möchte man um jeden Preis das Leben erhalten?

Sandra hat sichtlich zu kämpfen mit der Trauer. Diese Szene ist kein halbes Jahr her. Immer wieder weint sie während des Gesprächs, ihre Stimme klingt brüchig. Irgendwie ist sie zwar mit sich im Reinen damit, dass ihre Mutter Angèle mit 78 Jahren «das Leben verlassen durfte». Schliesslich mochte sie nicht mehr wirklich leben. Aber sie hatte auch grosse Angst vorm Sterben. Und die Pandemie hat alles so kompliziert und schwierig gemacht. «Meine Mutter ist ein sehr lieber Mensch gewesen», sagt Sandra. Sie wirkt erschöpft. «Wir hatten eine grosse emotionale Nähe. In den letzten Jahren ging es ihr immer schlechter, das war schwer auszuhalten als Tochter.»

Nun einigt sich Sandra mit dem Arzt zunächst auf einen Mittelweg: Er legt Angèle eine Sauerstoffbrille an, gibt ihr ein Antibiotikum für den Fall, dass es nicht Covid-19 ist, und auch als Schutz gegen eine Superinfektion. Und er erwirkt eine Ausnahmebesuchsgenehmigung für Sandra bei der Heimleitung. Sandra behält sich vor, am nächsten Tag erneut über eine Spitaleinweisung zu entscheiden.

 

«Sie schafft das»

Die Heimleiterin bestärkt Sandra und sagt: Die meisten infizierten Bewohner*innen hätten es gut überstanden. Und es sei halt so, dass Menschen im Altersheim irgendwann sterben. Das Nachdenken über den Tod jedoch bleibt bei Sandra seltsam losgelöst von ihrer Mutter, der Gedanke, es könnte nun wirklich bald so weit sein, dringt nicht richtig zu ihr durch. Sie glaubt noch, dass ihre Mutter den Infekt übersteht. «Sie hat starke Gene, sie kommt aus dem Wallis, sie schafft das.» Auch ihr Vater und Angèles Lebenspartner sind dafür, dass sie in ihrem gewohnten Umfeld im Altersheim bleibt, als Sandra nacheinander mit beiden telefoniert.

Zu dritt hatten sie Angèle regelmässig im Altersheim besucht, Montag und Freitag Sandras Vater – das Ehepaar war geschieden, bewahrte aber ein herzliches Verhältnis –, die restlichen Tage Angèles neuer Lebenspartner und alle zwei Wochen Sandra. Manchmal empfand sich Sandra dabei als sehr hilflos, von der Mutter kam immer weniger zurück. «Sie hat zu sehr vielen Versuchen, ihr zu helfen, Nein gesagt.» Eine Unterhaltung zu führen, fiel Angèle schwer. «Am Schluss war das Einzige, von dem ich merkte, dass es ihr was bringt, sie in den Arm zu nehmen. Auch wenn es mich jedes Mal sehr mitgenommen hat.» Als dann die ersten Einschränkungen wegen der Pandemie begannen, durften sie Angèle nur noch in einem Raum hinter einer Glasscheibe sehen, «so wie am Postschalter». Eine Katastrophe. Sandras Vater setzte schliesslich bei der Heimleitung durch, dass sie abwechselnd einmal pro Woche mit Maske und Abstand Angèle im Zimmer besuchen durften.

Am Sonntag erfahren sie das Testresultat: Angèle hat Covid-19. «Kann ich sie nun trotzdem noch besuchen?», fragt Sandra. Zu ihrer Erleichterung bleibt die Heimleitung bei der Ausnahmegenehmigung – in voller Schutzmontur natürlich: eine Haube mit Plastikscheibe für Kopf und Gesicht, ein blauer OP-Mantel über der Kleidung, eine FFP2-Maske plus eine normale Schutzmaske darüber, doppelte Gummihandschuhe und Überzieher für die Schuhe. «Nach einer Stunde in dieser Schutzausrüstung wünscht man sich schon wieder raus.» Sandra braucht Hilfe von einer Mitarbeiterin des Altenheims für das Anund Ablegen der Schutzkleidung, mal eben zwischendurch auf die Toilette wird zu einem grösseren Akt. Angèles Fieber ist weiterhin hoch, aber sie ist ansprechbar und antwortet auch. Sandra ruft Angèles Lebenspartner an und hält ihr den Hörer ans Ohr, damit er mit ihr sprechen kann, und macht dann dasselbe mit ihrem Vater noch einmal.

Am Montag möchte Sandra arbeiten gehen, hält es aber für angebracht, ihrem Team zu erzählen, dass sie Kontakt mit ihrer positiv getesteten Mutter hatte. Die Kolleg*innen verlangen einen Test – «vollkommen verständlich», sagt Sandra, auch wenn sie ihre eigene Gefährdung angesichts der Krise der Mutter kaum wahrnimmt. Das Testzentrum schickt Sandra aufgrund des letzten Kontaktes am Mittwoch – ohne vollständige Schutzausrüstung – in Quarantäne. Bis Ende der Woche soll sie nun isoliert zuhause sitzen, obwohl sie doch lieber öfter zur Mutter ginge. Bouillon in der Schnabeltasse

Am Dienstagnachmittag erfährt Sandra, dass sie negativ ist. Sie nimmt das kaum als gute Nachricht wahr, nur als Freigabe, sich wieder bewegen zu können. Die eigentliche Nachricht für sie: Angèles Fieber ist gesunken, ihr Zustand einigermassen stabil. Sandra überlegt hin und her: «Ich bin negativ, sie hat schon Corona, kann ich es verantworten, sie zu besuchen?» Sie beschliesst: Ja, sie kann. Und meldet sich für den Mittwoch bei der Heimleitung an für einen zweiten Besuch in Schutzmontur. Die Heimleitung stimmt zu.

Sandra nimmt sich vor, im Altersheim auch ein paar bürokratische Sachen zu regeln, wenn sie schon mal dort ist, und die Bürosachen der Mutter mit nach Hause zu nehmen – jeden Ordner einzeln desinfiziert –, um den Papierkram nicht in Schutzkleidung vor Ort machen zu müssen. Zuhause füllt sie noch ein paar Palliativformulare aus und nimmt diese ebenfalls am nächsten Tag mit zum Besuch.

Bevor sie Angèles Zimmer betritt, sie hat die Mutter nun schon drei Tage nicht gesehen, fragt sie die zuständige Pflegekraft: Wie geht es ihr denn? Immer etwas schlechter, ist die Antwort. So deutlich hört Sandra dies hier zum ersten Mal. Vorher hiess es immer nur: stabil. Was ja auch nicht heisst, ob gut oder schlecht – nur unverändert. «Und dann bin ich total erschrocken, als ich sie gesehen habe. Sie lag fast regungslos da, das Fieber war wieder hoch. Ich hatte überhaupt nicht ans Sterben gedacht.»

Sandra hat selbstgemachte Bouillon dabei. Wenn sie als Kind krank war, hatte Angèle ihr immer Bouillon gegeben. Sie erzählt ihrer Mutter, was sie ihr mitgebracht hat, füllt die extra abgeseihte und abgekühlte Flüssigkeit in eine Schnabeltasse und lässt Angèle daraus trinken. Angèle verzieht extrem das Gesicht, plötzlich verschlechtert sich ihre Atmung. Sandra fühlt sich schuldig: Hat sie sich verschluckt? War es zu viel? Hat der Geschmack sie irritiert? Sandra ruft ihren Vater an, in der Hoffnung, Angèle fände seine Stimme beruhigend und die Atmung würde sich wieder normalisieren. Als der gewünschte Effekt aber ausbleibt, legt sie auf und ruft stattdessen eine Mitarbeiterin des Heimes. Diese beruhigt die Tochter, die Bouillon sei nicht der Grund für die Verschlechterung gewesen. Die Atmung stabilisiert sich wieder.

Sandra weiss nun immerhin, dass Angèle reagiert, wenn ihr unwohl ist, und schliesst daraus, dann habe sie wohl auch keine Schmerzen, solange sie schlafe oder ruhig daliege. Gar nicht so einfach herauszufinden, wenn man nicht mehr mit Worten kommunizieren kann. Angèle ist immer ein wenig wach, dann dämmert sie wieder weg. Das Fieber ist weiterhin hoch, die Sauerstoffsättigung nicht so gut. Zärtlich massiert Sandra ihr ein wenig den Nacken und spürt: Das tut der Mutter gut.

In Absprache mit der Pflege bekommt Angèle erstmals drei Morphiumtröpfchen. Sandra findet das verantwortbar: «Ich wollte, dass sie nicht leidet – sie hat schon genug gelitten.» Immer wieder wird Angèle von leichten Zuckungen geschüttelt. Nun denkt Sandra doch an das Ende. Es scheint ihr, «als würde sie so hinüberrütteln in die andere Welt».

Jemand soll ihre Hand halten

In Sandras Kopf gehen die Gedanken durcheinander: Sie muss auf die Toilette, dazu braucht sie Hilfe einer Pflegerin wegen der Schutzmontur, gleich ist aber Essensausgabe, dann sind alle beschäftigt und keiner kann ihr helfen ... Sie nimmt sich vor, zuhause für die Mutter zu beten, während sie überlegt, vielleicht lieber über Nacht im Heim zu bleiben. Aber was sollte sie dann essen: Sie hatte ja noch gar keinen Znacht! Den Erdbeerquark aus dem Kühlschrank ihrer Mutter – das wäre vielleicht eine Lösung. Erdbeerquark.

Die Morphiumtröpfchen beginnen zu wirken. Angèle schläft ein, die Pflegerin kommt ins Zimmer zurück. Sandra ist seit drei Stunden dort und muss nun dringend zur Toilette. Sie sagt der schlafenden Angèle, sie ginge jetzt und komme wieder. Draussen, nachdem man ihr mühsam aus der Schutzkleidung geholfen hat und nach kurzem Durchatmen auf der Toilette, bespricht sie mit dem Personal, dass es ihr doch sehr fest nach Sterben aussähe. Eine der Pflegerinnen entgegnet, man wisse es nicht mit Corona, sie könne auch wieder gesund werden. Sterben könne gut ein paar Wochen dauern, doch es könne auch jeden Tag passieren. Übrigens sei am Nachmittag der Arzt da gewesen und habe das Antibiotikum abgesetzt. Sandra ist irritiert. Warum hat er das vorgängig nicht mit ihr besprochen? Das war doch so vereinbart! Dann geht es noch um Angèles Patientenverfügung und anderes Administratives.

Es ist alles ganz schon viel auf einmal für eine einzelne Angehörige. Sandra schreibt explizit auf, wie sehr die Mutter sich wünscht, dass ihr jemand die Hand halte, wenn sie stirbt. Ob sie wohl schreiben müsste, dass sie selbst ihr die Hand halten soll, überlegt sie und entscheidet sich dagegen. Die Mutter hatte die Bitte nicht explizit an sie gerichtet, sie wollte einfach nicht ganz allein sein, wenn es dann «irgendwann mal» so weit ist.

Und anstatt noch einmal reinzugehen zu ihrer Mutter, denn das hätte ja wieder einen erneuten Durchgang Hilfe mit der Schutzkleidung bedeutet, geht Sandra fix und fertig nach Hause. Der Gedanke, die Nacht über dort zu bleiben, ist weggedriftet. Sie ist durcheinander und erschöpft. Zuhause liest sie noch stundenlang im Internet, was man tun könnte, um das Leiden der Mutter zu lindern. Immer noch hat sie Angst, sie könnte etwas übersehen, was Angèle unnötig weitere Qualen aufbürdet. Künstliche Flüssigkeitszufuhr: Ja oder Nein? Im Altersheim geben sie nur subkutan Flüssigkeit, das sind Spritzen unter die Haut. Jedes Mal ein Piks – muss das sein? Es ist schwierig, richtige Antworten zu finden, es bleibt ein Abwägen.

In der Nacht um vier Uhr schreckt Sandra plötzlich hoch und denkt: «Was mache ich denn, wenn meine Mutter jetzt wirklich stirbt?» Es fällt ihr nicht ein, dass sie im Altersheim anrufen könnte und fragen, wie es der Mutter gehe. Sie nimmt sich stattdessen vor, am Morgen anzurufen. Ihre Handynummer ist ja im Altersheim hinterlegt, denkt sie, wenn wirklich etwas ist, ruft man sie ja wohl an? Um halb sechs dann klingelt tatsächlich das Telefon. Es täte ihnen sehr leid, sagt die Schwester am anderen Ende der Leitung, aber ihre Mutter sei soeben verstorben.

Im Moment ihres Todes war sie allein. Niemand hat ihre Hand gehalten.

Als Sandra eine halbe Stunde später im Altersheim ankommt, erscheint ihr die Atmosphäre formal, fast bürokratisch. Die Nachtschwester, die als Letzte bei Angèle war, versichert ihr, sie sei eine halbe Stunde vor dem Tod noch drin gewesen, alles habe sehr ruhig ausgesehen, sie habe noch gedacht, vielleicht gehe sie jetzt bald, doch dann sei sie angepiepst worden und habe das Zimmer verlassen müssen. Als sie dann zurückgekommen sei, war Angèle tot. Eine andere Mitarbeiterin hilft Sandra in die Schutzmontur, will aber wegen des Schutzanzugs nicht mehr mit ins Zimmer kommen.

Also ist Sandra allein mit ihrer toten Mutter. Es ist der erste Leichnam, den sie sieht. Angèle ist bereits hergerichtet worden, man hat sie in die Horizontale gelegt, ihr die Hände gefaltet und eine Kinnstütze angebracht. «Sie sah sehr verändert aus.» Sandra kann nicht mehr entschlüsseln, ob sie mit einem entspannten Gesichtsausdruck gestorben ist. Sie gibt der toten Mutter einen letzten Kuss durch die Maske und sagt ihr, dass sie nun nie wieder leiden müsse. «Es ist so gemein, dass du dich darüber nun gar nicht mehr freuen kannst.» Fünf Minuten bleibt sie im Zimmer. Als sie geht, nimmt sie zwei private Bilder mit: eines von Angèle mit ihr als Baby und eines vom Lebenspartner. Ein rosa Haarband der Mutter packt sie ebenfalls ein.

Als sie ein Stockwerk höher zum Personalraum kommt, wird dort gelacht. Geht dem Personal der Tod einer langjährigen Bewohnerin denn gar nicht nahe? Oder ist es Zufall? Eine Pflegerin, mit der sich Angèle gut verstanden hatte, kommt auf Sandra zu. Ein paar tröstende Worte und viele Informationen zu den anstehenden Formalitäten. «Ich hatte so viele Fragen zu den letzten Stunden meiner Mutter, aber ich war wie blockiert, ich wusste nicht mehr, was sagen.» Sie schaut der Nachtschwester, die als Letzte bei Angèle war, noch einmal in die Augen. Warum ist niemand bei Angèle gewesen, als es so weit war? Hat sie den Sterbeprozess nicht wahrgenommen? Oder konnte die Mutter vielleicht nur deshalb überhaupt sterben, weil sie allein war? Warum hat ihr niemand die Hand gehalten, obwohl sie es doch so explizit gewünscht hatte?

Als sie heraustritt aus dem Altersheim, steht ein grosser Regenbogen am Himmel. Ein magischer Moment. «Meine Mutter hat immer gesagt, dass wir nicht in Schwarz um ihr Grab herumstehen sollen. Und prompt steht da in diesem Moment der Regenbogen voller Farben am Himmel.» Einen Monat später denkt Sandra am Grab ihrer Mutter noch einmal an die Nachtschwester. Jetzt würde sie ihr gern die Hand drücken. Sandra ruft im Altersheim an. Die betreffende Person ist krankgeschrieben, sagt man ihr. Also schreibt sie eine Karte, bedankt sich noch einmal und schreibt, sie würde sich freuen, sie bei Gelegenheit persönlich zu treffen. Das Altersheim verspricht die Karte weiterzuleiten. Sie hört nie wieder etwas.

* Die Nachnamen der Personen sind der Redaktion bekannt, wurden aber auf Wunsch der Betroffenen weggelassen.