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Strassenfussball

Die Magie des Sports

«Das Runde muss ins Eckige.»: Dieses Bonmot des ehemaligen deutschen Bundestrainers Sepp Herberger gilt natürlich auch für den Surprise Strassenfussball, Tore zu schiessen ist eine wichtige Motivation für einen beherzten sportlichen Einsatz. Aber unser Angebot ist viel mehr als nur ein Punktestand. Mit den vielseitigen und zugänglichen Teilnahmemöglichkeiten, dem ausgeklügelten Spielmodus und der niederschwelligen sozialarbeiterischen Begleitung konnten wir auch 2025 wieder ein umfassendes und wirkungsvolles Programm zur gesellschaftlichen Teilhabe anbieten.

Premiere für die Schweiz

Das Highlight unseres Strassensports im vergangenen Jahr war zweifellos die «Women’s Streetfootball EURO 2025». Zum ersten Mal überhaupt wurde in der Schweiz ein internationales Strassenfussball-Turnier durchgeführt – organisiert und umgesetzt von Surprise. Für ein Wochenende reisten elf europäische Partnerorganisationen, ein Team aus Mexiko sowie das Surprise Frauennationalteam an, um gemeinsam Fussball zu spielen, den Alltag hinter sich zu lassen und neue Kontakte zu knüpfen. Die «WSE2025» war nicht nur ein einmaliges Erlebnis für alle Beteiligten, sondern verschaffte den Anliegen des Strassenfussballs auch viel Sichtbarkeit und half, uns mit Partner*innen im In- und Ausland auszutauschen und zu vernetzen.

Auch über die «WSE2025» hinaus war der Frauenfussball im vergangenen Jahr ein Schwerpunkt unserer Arbeit. Und das durchwegs erfolgreich: Der Offene Frauenfussballtreff fand zuverlässig jede zweite Woche statt, wir veranstalteten bzw. besuchten zehn Turniere für Frauen und organisierten für unsere Fussballerinnen mehrere soziale Aktivitäten neben dem Platz, die ebenfalls gut besucht waren. Aber natürlich sprechen wir mit dem Angebot weiterhin auch gerne Männer an, und wir konnten in Bern und Zürich regelmässige Trainings für sie anbieten. In Basel war dies aufgrund fehlender Kapazitäten leider nicht möglich, was wir aber in Zukunft ändern wollen.

Angewandte Sportpädagogik

Voller Einsatz am Ligaturnier in Zürich. © Beat Schmid.

Ein weiterer Höhepunkt unseres Strassenfussball-Jahres war wie immer die Teilnahme am «Homeless World Cup», der Weltmeisterschaft im Strassenfussball. Zum zweiten Mal konnten wir mit einem Frauen- und einem Männerteam an diesem aussergewöhnlichen Anlass teilnehmen, der 2025 in Oslo ausgetragen wurde. Und auch unser Ligabetrieb mit «Mixed-Teams» lief mit Turnieren in St. Gallen, Zürich und Bern und dem Benefizturnier in unserer eigenen Halle in Dornach auf vollen Touren.

Erfolgserlebnisse stärken das Selbstvertrauen der Strassenfussballer*innen und tragen so zu einer Verbesserung der psychischen Gesundheit bei. © Nick Soland.

Mit all diesen Trainings, Turnieren und Anlässen konnten wir über 300 Spieler*innen am Strassensport teilhaben lassen. Diese profitierten einerseits von der positiven Wirkung, die Bewegung auf die physische Gesundheit hat. Andererseits beeinflussten das Zugehörigkeitsgefühl im Team und das gewonnene Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten die mentale Gesundheit positiv. Zudem begleiteten wir die Fussballer*innen erneut gezielt bei persönlichen Herausforderungen – insgesamt kamen 125 Stunden sozialarbeiterische Unterstützung zusammen. Wir freuen uns und sind stolz, dass wir mit diesem ganzheitlichen sportpädagogischen Ansatz 2025 so viele Menschen erreichen konnten wie noch nie.

Wünschenswerte Nebeneffekte

Besonders freut uns auch, dass wir erneut über unsere eigene direkte Arbeit mit Armutsbetroffenen und ausgegrenzten Menschen hinaus eine positive gesellschaftliche Wirkung erzielen konnten. Zum einen durch unseren Ligabetrieb, an dem neben den Spieler*innen von Surprise über zwanzig Teams von anderen sozialen Organisationen teilnahmen. Diese sind sehr unterschiedlich organisiert, aber gemäss einer Umfrage unter den Coaches wurden insgesamt mehr als 500 Stunden Sozialberatung durchgeführt, wodurch auch diese rund 200 Strassenfussballer*innen unterstützt wurden.

Zum andern konnten wir durch unsere öffentliche Präsenz die Anliegen des Strassenfussballs und damit von benachteiligten Menschen in der Schweiz nach aussen tragen: Über siebzig Beiträge in Print- und Onlinemedien und 50’000 erreichte Accounts auf Social Media durften wir 2025 verzeichnen. Wenn unsere Fussballer*innen so im Rampenlicht standen und ihre Geschichte erzählen konnten, stärkte das nicht nur ihren Selbstwert, es zeigte auch den Leser*innen und Zuschauer*innen, dass hinter Armut und Ausgrenzung ein wertvoller Mensch steht. Diese Sensibilisierung ist ebenfalls ein wichtiger Aspekt des Surprise Strassenfussballs.

Die unverkennbare Wirkung des Surprise Strassenfussballs am «Homeless World Cup» 2025 in Oslo. © Nick Soland.

Vielversprechender Blick nach vorne

Die vielschichtige Wirkung, die unser Angebot auf die Teilnehmer*innen, auf die an der Liga beteiligten sozialen Organisationen und auf die Öffentlichkeit hatte, werden wir auch 2026 wieder nutzen. Einen besonderen Fokus legen wir dabei auf den Ligabetrieb, indem wir den Austausch mit unseren Partnerorganisationen verstärken, sie in ihrer Arbeit unterstützen und zusätzliche Turniere durchführen. Die weiteren Angebote wie die vielseitigen Trainingsmöglichkeiten sowie die Kampagne für den Homeless World Cup behalten wir selbstverständlich bei; somit sind wir sicher, dass wir 2026 erneut ein wertvolles sportpädagogisches Angebot für armutsbetroffene und ausgegrenzte Menschen in der Schweiz anbieten können!

Zahlen und Fakten

  • Rund siebzig freiwillige Helfer*innen sorgten dafür, dass die erste «Women’s Streetfootball EURO» ein ganz besonderer Anlass wurde – dafür nochmal ein riesiges DANKESCHÖN!
  • Mit 125 Beratungsstunden konnten wir so viel sozialarbeiterische Unterstützung leisten wie nie zuvor.
  • In jeweils zehn Trainingstagen haben wir das Frauen- und Männerteam intensiv auf die Teilnahme am Homeless World Cup in Oslo vorbereitet.