Yannick, Strassenfussballer aus Zug
Yannick ist vieles: ehrgeizig, diszipliniert, vielseitig. Geboren in Panama, mit mexikanischen Wurzeln, jüdischen Vorfahren und einem iranischen Stiefvater, hat der 33-Jährige früh gelernt, zwischen Kulturen zu leben – und sich doch nirgends ganz zugehörig zu fühlen. Er lebt mit einer unsichtbaren Beeinträchtigung auf dem Autismus-Spektrum, diagnostiziert erst im Erwachsenenalter. 2019 kam eine Gehirnerschütterung dazu – ein Einschnitt, der ihn veränderte: weniger Alltagsenergie, dafür noch mehr Fokus auf Sport.
«Sport hält mich auf einem guten Weg, damit ich nicht abrutsche», sagt er. Fussball, Tennis, Schwimmen, Kampfsport, sogar Reiten – Yannick trainiert 5–6 Mal pro Woche und achtet streng auf seine Ernährung. Über das FC Basel Dreamteam und den FC St. Gallen Unified fand er zu Surprise. «Im Profisport interessiert sich ab einem gewissen Alter niemand mehr für dich, wenn du’s körperlich nicht mehr bringst. Hier bei Surprise zählt auch die Geschichte, die du im Rucksack mitträgst.»
Die Teilnahme am Homeless World Cup in Oslo erfüllt ihn mit Dankbarkeit – und Respekt. «Ich freue mich riesig, aber schon das Packen strengt mich an. Mehrere Tage mit vielen Menschen auf engem Raum – das fordert mich.» Mit den Coaches spricht er deshalb auch offen über Grenzen und Strategien, wie er mit herausfordernden Situationen umgehen kann. Sein ultimatives Ziel? Einen Platz in der Gesellschaft finden, der zeigt, dass er alles gegeben hat – auf und neben dem Feld.
Dieser Text wurde im Vorfeld des Homeless World Cup 2025 in Oslo von Alina Kilongan verfasst.