Strassenmagazin

Migration: Nicht leistungsfähig

Eugenia Kowalska soll mit ihrer Tochter ausgewiesen werden. Weil sie «mutwillig» Sozialhilfe beziehe, schreibt das Migrationsamt im Wegweisungsbescheid. So will es das Gesetz und anscheinend auch das «öffentliche Interesse»: Wer nichts leiste (Carearbeit zählt natürlich nicht) und nur koste, muss gehen – wenn kein Schweizer Pass vorhanden. Der Begriff der Mutwilligkeit suggeriert, die Person könnte eigentlich anders, wenn sie denn nur wollte – der Sozialhilfebezug sei sozusagen frei gewählt. Ein Blick in die Biografie der jungen Frau (deren echter Name natürlich anders lautet) zeigt hingegen, wie diese Argumentation alle strukturellen Faktoren, die die Leistungsfähigkeit und den Status einer Person bedingen, systematisch ausblendet. Anna Schmid hat die Geschichte sensibel illustriert.

In unserer Aufarbeitung des Nationalen Armutsmonitorings geht es diesmal um das Thema Erwerbsarmut: Zahlreiche Menschen in der Schweiz sind arm bzw. leben rund ums Existenzminimum, obwohl sie arbeiten. Warum, erklärt Klaus Petrus, illustriert von Bodara.

Wie einsam er sein Alter verbringt, davon erzählt ein Mann aus eigener Erfahrung. Er fühlt sich so oft übersehen, sein Alltag ist derart gleichförmig, dass er manchmal darauf wartet, dass es vorbei ist. Alterseinsamkeit ist ein wachsendes Phänomen in unserer Gesellschaft, fügt Klaus Petrus hinzu, dem zahlreiche Initiativen zu begegnen versuchen.

Mit einer Vorschau auf die Solothurner Literaturtage von Monika Bettschen, einer Ankündigung des Experimentalfilmfestivals Videoex von Diana Frei, einer neuen Antwort von Fatima Moumouni diesmal zum Thema Liebe, einer Verkäufer*innen-Kolumne zu Freundschaft von Heini Hassler und Stella Hänsenberger, sowie einem Verkäufer*innen-Porträt aus Zürich von Hanna Fröhlich. Und einer kleinen guten Nachricht von Praktikant Ira Kost im Na?Gut!

Wie immer wunderschön gestaltet von Bodara.