Trotz allem viel unterwegs

Mobilität Hirijet Kamberi und Tito Ries sind ein Paar – und ein eingespieltes Team. Sie im Rollstuhl, er auf den Beinen. Auf einer Tour durch Basel zeigen sie, welche Hürden noch überwunden werden müssen, aber auch, was schon gut funktioniert.

04.06.2026Text: NATALIA WIDLA, Fotos: DAVID FÜRST

«Ich muss vorausschicken: Wir machen viele Witze miteinander und ziehen uns oft auf. Das versteht nicht jeder, unseren Humor», sagt Tersito «Tito» Ries zur Begrüssung. Zusammen mit seiner Partnerin Hirijet Kamberi ist er an den Bahnhof Basel SBB gekommen, um über Barrierefreiheit und Mobilität zu sprechen. Dafür soll es auf eine kleine Reise durch Basel gehen. Tito mag es nicht, wenn man ihn und seine Partnerin wie im Journalismus üblich nur mit dem Nachnamen nennt, daher bleibt es diesmal ausnahmsweise bei den Vornamen. Tito ist als Surprise Stadtführer ja auch kein Unbekannter. Er ist in Basel aufgewachsen, Hirijet in Amriswil im Thurgau. Kennengelernt haben sich die beiden am Bahnhof Basel. «Sie voll auf Drogen, ich voll auf Alk», sagt Tito, und Hirijet lacht laut auf und ergänzt: «Ja, das ist lange her.» Die Beziehung der beiden wirkt eingespielt, beinahe symbiotisch. Hirijet schweigt oft über längere Strecken, nur wenn sie anderer Meinung ist, greift sie ein. «Sie passt auf, dass ich keinen Seich erzähle», sagt Tito. Hirijet grinst breit: «Ich sage immer, wenn mir etwas nicht passt, das weiss er genau.»

Seit elf Jahren sind die beiden ein Paar – seit dem 13. Januar 2015, präzisiert Tito. «Ich habe Hirijet zuvor schon immer wieder gesehen, drei, vier Jahre lang. Manchmal haben wir gesprochen, manchmal habe ich ihr geholfen, wenn sich niemand anders gekümmert hat.» Wann und warum Hirijet nach Basel kam, wissen beide nicht mehr genau. «Ich schätze vier oder fünf Jahre vor unserem Kennenlernen», sagt Tito. Er ist 62, zwanzig Jahre älter als Hirijet. Sie sitzt im Elektrorollstuhl und ist in allen Bereichen des Alltags auf Unterstützung angewiesen: Pflege, Transfer, Haushalt, Organisation und Kommunikation. Tito übernimmt all das – und oft auch das Erzählen, wenn Hirijet müde ist oder gerade keine Lust hat zu sprechen. Auch wenn sie gerade lieber an der Zigarette zieht. Er selbst versuche gerade, weniger zu rauchen, sagt Tito und zündet sich dennoch eine an. Vor wenigen Wochen seien es noch 33 pro Tag gewesen, inzwischen sei er bei elf. Hirijet lacht wieder. Sie hat vor elf Jahren die harten Drogen aufgegeben, aber nicht vor, ihren Nikotinkonsum zu reduzieren. Und sie hat Multiple Sklerose. Die Nerven in ihrem Gehirn werden vom Immunsystem angegriffen. Spastik sei Hirijets steter Begleiter, hinzu kommen Fatigue und kognitive Einschränkungen wie etwa Orientierungslosigkeit. «Im ersten halben Jahr unserer Beziehung hatte Hirijet noch keinen Rollstuhl. Doch sie kam kaum allein vorwärts», erzählt Tito. Schliesslich konnte er seine Partnerin von einem Rollstuhl überzeugen. «Wir können, ausser Rollbrett-, Rollschuh- und Skifahren, so ziemlich alles zusammen unternehmen», sagt er und fügt zu ihr gewandt hinzu: «Zudem hast du nun einen Chauffeur, der dich durch die ganze Welt bringen kann.» Hirijet nickt.

Stahlkappen gegen 200 Kilogramm

Tito steuert Hirijet im Rollstuhl durch die Menschenmenge. Er weicht aus, behält alles im Blick, nimmt Rücksicht – erwartet sie aber auch von anderen. Erster Halt ist die Migros im Bahnhof. «Frühstück holen», sagt Tito und parkiert Hirijets Rollstuhl vor der Eingangsschranke. Dort wartet sie, bis er zurück ist.

Vor dem Bahnhof herrscht hektisches Durcheinander. Trams fahren im Minutentakt ein und aus, Menschen kreuzen in alle Richtungen. Tito und Hirijet bewegen sich ruhig durch das Chaos. In Basel könnten sie vielerorts selbständig Tram fahren, sagt er. Manchmal brauche es Hilfe. Beim Bus lässt sich diese nicht umgehen. Oft reiche es, dem Fahrer kurz zu winken, dann komme er nach hinten und schiebe die Einsteigerampe raus. Wenn das Winken einmal nicht reicht, greift Tito auch zu anderen Mitteln: «Ich habe mittlerweile kein Problem mehr damit, die Tür zu blockieren, bis jemand kommt.»

Im Tram manövriert er den Rollstuhl an den vorgesehenen Platz und setzt sich daneben auf den Einersitz. Als das Tram losfährt, beginnt Tito über die Unterschiede zwischen Elektro- und Handrollstuhl zu sprechen – natürlich aus Sicht der Begleitperson. Einen Handrollstuhl könne man notfalls anheben, wenn die darin sitzende Person nicht zu schwer ist. Beim Elektrorollstuhl sei das unmöglich. Schon ohne Person wiege dieser rund 200 Kilogramm. Zur Verfügung hätten sie zwar beide Varianten, zu Fuss unterwegs seien sie inzwischen aber fast nur noch mit dem E-Rolli. Den faltbaren Handrollstuhl bräuchten sie nur noch für Ferien oder Ausflüge. Und dann zeigt Tito auf seine Füsse: «Stahlkappenschuhe. Ich trage nur solche, wenn wir gemeinsam unterwegs sind.» Hirijet sei ihm mit dem E-Rolli bereits mehrmals über die Füsse gefahren, «und wenn ich auf engstem Raum dieses Riesenmöbel rangiere, fahre ich mir auch regelmässig selbst darüber», sagt Tito grinsend.

In ihre Wohnung im Hochparterre kommt Hirijet direkt über einen Lift – baulich vermeintlich eine Kleinigkeit, aber für ihre eigenständige Fortbewegung im Rollstuhl «ein wahrer Luxus», sagt Tito und ergänzt fast gedankenverloren: «Heute geht es uns gut, wirklich gut.» Beide haben längere Obdachlosigkeit erlebt, wenige Tage einst sogar gemeinsam auf der Strasse gelebt, aber das liege lange zurück, «in einem anderen Leben», sagt Tito. Heute ist er neben seiner Arbeit als Stadtführer noch für den Sport beim Rollstuhlclub beider Basel zuständig.

Eine Haltestelle früher oder später

Am Barfüsserplatz drückt Tito auf den Halteknopf. Als die Türe aufgeht, zeigt er nach draussen: «Das ist jetzt so eine Haltestelle, wo es die Rampe braucht.» An der Schifflände, wo selbst die Rampe nichts bringt, zeigt er kurz darauf den grossen Höhenunterschied zwischen Strassenniveau und Trambodenhöhe. «Selbst wenn wir hier aussteigen wollten, müssten wir eine Haltestelle früher oder eine später nehmen.» Bei Sonnenschein mache das keinen grossen Unterschied. Im Winter sehe das anders aus. «Sobald Schnee oder Eis liegt, können wir mit dem Elektrorollstuhl gar nicht mehr raus. Und mit dem Handrollstuhl wird es für die Begleitperson zu anstrengend und schnell gefährlich.» Heute Ausstieg an der nächsten Haltestelle, Rheingasse, dieses Mal ebenerdig.

Auf dem Weg in Richtung Rhein macht Tito immer wieder auf Dinge aufmerksam, die vielen Menschen vermutlich nie auffallen würden: abgesenkte Trottoirkanten, unebene Bodenbeläge, Kopfsteinpflaster. «Diese abgesenkten Ecken bei den Trottoirs sind für Kinderwagen oder Velos praktisch, für Rollstuhlfahrende sind sie essenziell. Mit einem Handrollstuhl kommst du ohne abgesenkte Kanten gar nicht von der Strasse auf den Gehsteig.» Ob ein Hindernis machbar ist oder nicht, erkennt Tito mittlerweile schnell. Sein Blick wandert zu den kleinen Vorderrädern des Rollstuhls. «Höher als der halbe Reifen darf es nicht sein. Dann ist es unmöglich.»

Am Rheinufer kommt Tito auf die Vielzahl von Behindertentransport-Unternehmen zu sprechen, die in Basel agieren. Hirijet besucht während der Woche eine Tagesstruktur und ist dafür auf private Fahrdienste angewiesen. «Bei diesen Transportdiensten gibt es alles – von der Vollkatastrophe bis zum absoluten Genuss», sagt Tito. Wenn draussen Minusgrade herrschen, könne man nicht erwarten, dass eine Person im Rollstuhl bereits auf der Strasse warte. «Dann klingelt man halt kurz oder ruft an.» Tito betont, das sei nicht wie bei normalen Taxifahrten. Wenn jemand nicht zur vereinbarten Zeit am vereinbarten Ort ist, die Türe nicht öffnet und nicht ans Telefon geht, könnte auch etwas passiert sein – ein Sturz oder ein anderer Unfall. Trotzdem sei es schon vorgekommen, dass ein Anbieter einfach wieder weggefahren sei mit der Bemerkung, es sei niemand da gewesen. Einmal habe man Hirijet im E-Rolli einfach vor der Haustür abgestellt, ohne eine Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen.

Die Unterschiede zwischen den Unternehmen seien enorm, sagt Tito. Er hat auch schon erlebt, dass die Mitarbeitenden eines Transportdienstes Hirijet nicht mit dem Dreipunktegurt anschnallten und den Rollstuhl entweder gar nicht oder nicht korrekt sicherten. «Einen Rollstuhl kann man doch nicht einfach hinten reinstellen und losfahren. Das ist verantwortungslos», sagt Tito. «Ein völlig anderes Niveau» bietet seines Erachtens Mobimed. Die Mitarbeiter*innen des privaten Unternehmens, das auch Kranken- und Liegend- bzw. Spitaltransporte anbietet, würden intensiv geschult, seien umsichtig und kommunizierten zuverlässig. «Wenn sie nur schon denken, dass sie sich verspäten könnten, rufen sie an. So gehört sich das.» Und sie würden die Menschen nicht einfach vor der Tür stehen lassen, sondern in der Wohnung abholen und bis ins Gebäude hinein begleiten. «Jemand wie Hirijet, die auch kognitive Einschränkungen hat, ist darauf angewiesen, dass jemand mitdenkt.» Für Tito muss das der Mindeststandard sein, und es braucht strengere Kontrollen und eine regelmässige Überprüfung, damit die Wahl des privaten Transportunternehmens nicht «einem Glücksspiel gleicht».

Ganz unterschiedliche Erfahrungen machten die beiden auch mit den SBB. Tito erzählt von zwei Reisen – eine davon «supertoll», die andere eine «Vollkatastrophe». Die schöne Geschichte handelt von ihren ersten gemeinsamen Ferien. Damals fuhren sie spontan nach Locarno: «Wir haben am Schalter in Basel nach rollstuhlgängigen Verbindungen gefragt – und alles ging glatt.» Eigentlich müsse man die Bahnhofhilfe mindestens eine Stunde vor der definitiven Reise anmelden. Für die beiden sei das damals aber kaum denkbar gewesen. «Wir haben früher alles spontan gemacht, wir zwei Chaoten – und wir sind gerne selbständig.» Im Hotel, das speziell auf Betagte und Menschen im Rollstuhl ausgelegt war, hätten sie sich erkundigt, ob ein Ausflug ins italienische Luino auf den Markt möglich sei. Die Mitarbeiterin habe gesagt, kein Problem, und tatsächlich habe alles funktioniert. «Im Tessin und an der italienischen Grenze ist mittlerweile vieles rollstuhlgängig», sagt Tito. «Dort verbringen so viele ältere Menschen Ferien oder ihren Ruhestand, dass die Infrastruktur zunehmend an deren Bedürfnisse angepasst wurde – das merkt man.»

Und dann erzählt er von der Reise nach Bern. Schon die Vorbereitung sei chaotisch gewesen, und nicht ihretwegen. Am Schalter liess er sich drei rollstuhlgängige Verbindungen angeben – doch in keinen der drei Züge konnten sie einsteigen. «Das waren alles alte, hohe Züge.» Als Tito an den Schalter zurückkehrte, wurde ihm erklärt, dass Züge manchmal eben ersetzt würden. «Aber doch nicht drei hintereinander?» Daraufhin habe ihm die Mitarbeiterin vermittelt, dass sie ihm nicht glaubte. Tito war verärgert, denn er hatte ihr den zuvor erhaltenen Ausdruck der SBB bereits vorgelegt.

Erst nach vier Stunden kam ein passender Zug. Beim Einsteigen dachten sie zunächst, nun sei alles in Butter, doch dann sagte die Kontrolleurin: «In Bern werden Sie dann aber ein Problem beim Aussteigen haben.» Der Perron sei dort zu weit vom Zug entfernt, die Lücke zwischen Zug und Bahnsteigkante könne nicht ohne Hilfsmittel überbrückt werden. Und die Rampe befinde sich in der ersten Klasse. Dort hätte man einsteigen müssen, jetzt sei es zu spät. Tito wird beim Erzählen wieder hörbar wütend. «Da platzte mir der Kragen.» Die Rampe dürfe nicht aus der ersten Klasse bewegt werden, habe die Kontrolleurin erklärt, und sie werde sie auch nicht holen. Als Tito anbot, dies selbst zu machen, wollte sie es nicht zulassen. «Entweder holen Sie jetzt diese Rampe oder dieser Zug bleibt in Bern stehen, bis meine Freundin draussen ist», will Tito ihr gesagt haben – und blockierte schliesslich tatsächlich die Tür. Ein anderer Zugbegleiter habe dann die Rampe geholt. Nach Bern mussten die beiden übrigens beruflich für Surprise. Zum Glück seien sie ohnehin zwei Tage früher angereist, um noch etwas Zeit in der Stadt zu verbringen. «Aber man kann ja nicht erwarten, dass alle Menschen mit Behinderung so viel Reservezeit einplanen», so Tito.

Nach Auskunft von SBB-Mediensprecher Reto Schärli sind mobile Rampen nur bei Zügen des Typs IC2000 nötig. In anderen Niederflurzügen werden sie nicht benötigt. Die Rampe befinde sich aus Platzgründen im Unterdeck des Erstklasswagens mit Rollstuhlplätzen, WC und Gepäckabteil. Müssen Rampen in anderen Wagen eingesetzt werden, kann dies fünf bis zehn Minuten dauern. Zum konkreten Vorfall äussert sich die SBB zurückhaltend. «Wie dies beim Vorfall vor fünf Jahren genau abgelaufen ist, lässt sich nicht mehr sagen», so Schärli. «Wenn die Reisenden dieses Erlebnis in schlechter Erinnerung haben, bedauern wir dies.» Zugleich betont er, das Zugpersonal sei täglich mit grossem Engagement im Einsatz, um Reisende mit Einschränkungen zu unterstützen. Dass drei Züge hintereinander trotz anderslautender Zusicherung nicht barrierefrei gewesen seien, hält Schärli für «sehr unwahrscheinlich», könne es rückblickend aber auch nicht ausschliessen. Theoretisch könne es vorkommen, dass eine geplante Verbindung nicht funktioniere. An grösseren Bahnhöfen könne jedoch bei rechtzeitiger Anmeldung Unterstützung organisiert werden, zudem seien heute nur noch wenige Züge nicht barrierefrei.

Am Rhein zeigt Tito auf die Wege hinunter zum Wasser. Die meisten seien mit dem Rollstuhl kaum benutzbar: Treppen, steile Passagen, unebene Steine. Ausserdem sitzen gerade bei schönem Wetter überall Menschen, was er ihnen nicht verübelt. Hirijet zeigt lachend auf eine der Rheinfähren und fragt: «Wann gehen wir aufs Boot?» Die Frage ist ironisch gemeint. «Die Fähre funktioniert für uns gar nicht», erklärt Tito. Ganz ausgeschlossen sind Reisen auf dem Wasser aber nicht. Vor wenigen Jahren machten die beiden eine Hochseekreuzfahrt, organisiert von einem Reiseunternehmen für Menschen im Rollstuhl.

Eine Frage des Willens und des Geldes

«Ich habe Runa Reisen auf Facebook entdeckt», erzählt Tito. «Du wirst behandelt wie ein König.» Am Flughafen müsse man nirgends warten, überall gebe es Unterstützung und Vorrang, selbst mit einem Koffer voller teils meldepflichtiger Medikamente. Mit demselben Anbieter seien sie auch mal nach Teneriffa geflogen. «Teneriffa ist für Rollstuhlfahrende echt der Hammer», sagt Tito. «Checkt man in ein geeignetes Hotel ein, ist die gesamte Umgebung absolut flach, ohne Erhöhung, Kante oder Hindernisse.» Zudem sei ein Behinderten-Taxi selbst bei spontaner Bestellung innert fünf Minuten vor Ort. «Wer sein Taxi entsprechend umbaut, also mit Hebebühne oder Rampe ergänzt, wird subventioniert und erhält einen Steuervorteil», so sei es ihnen berichtet worden, sagt Tito. «Kein Wunder, ist Teneriffa heute eines der beliebtesten Reiseziele für Menschen, die mit Rollator oder Rollstuhl unterwegs sind.»

Zurück am Rheinufer geht es ein steiles Strässchen mit Kopfsteinpflaster hoch und wieder zum Tram, dann zurück zum Bahnhof. Die Basler Verkehrsbetriebe und insbesondere deren Bus- und Tramfahrer*innen lobt Tito während der Rückfahrt ausdrücklich. Auch wenn es heute immer noch viele Tramstationen gibt, bei denen nicht ohne Hilfe ein- und ausgestiegen werden kann, täten die Mitarbeiter*innen wirklich alles, um es den Rollstuhlfahrer*innen so angenehm wie möglich zu machen. «Ein grosses Kompliment für diese Dienstleistung an alle!» Basel habe aber auch die finanziellen Möglichkeiten, Strassen und Bauten laufend anzupassen. «Das ist nicht nur eine Frage des Willens, sondern auch des Geldes», so Tito.

Wenn er sich dennoch Änderungen wünschen könnte, die Hirijets und seinen Alltag weiter erleichtern würden, dann wäre das die konsequente, schweizweite Umsetzung von Barrierefreiheit im öffentlichen Verkehr – so wie von der Verfassung eigentlich vorgeschrieben. «Wenn alle Züge barrierefrei wären und alle Haltestellen ebenerdig, würde uns das erlauben, auch ohne Hilfe zu reisen und spontaner zu sein. Das wäre schon nicht schlecht.» An der Hilfe von Passant*innen, betont Tito, mangle es übrigens nicht. Die meisten seien hilfsbereit und aufmerksam. Manchmal würden fremde Menschen fast etwas zu sehr helfen wollen, fassten den Handrollstuhl an ungeeigneten Orten an. «Da muss ich dann laut ‹Achtung!› rufen.» Danach erkläre er aber immer sofort, weshalb. «Nicht, dass die Leute noch denken, wir seien undankbar.» Dann grinst Tito, legt seine Hand auf Hirijets Schulter und sagt: «Manchmal sage ich auch einfach: Das ist sehr lieb, merci fürs Angebot – aber wir machen das schon seit elf Jahren und sind ein eingespieltes Team.»

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