Fredy Dürrenmatt
Fredy Dürrenmatts Kindheit war geprägt von Stigmatisierung, fehlender Unterstützung und psychischer Gewalt durch seinen Vater. Eine behördliche Einweisung in eine psychiatrische Klinik und die dort gemachten Erfahrungen hinterliessen tiefe seelische Spuren. Mit 16 Jahren nahm Fredy darum sein Leben selbst in die Hand, begann zu arbeiten und zog von zu Hause aus.
Doch als junger «Hippie» fiel er in seinem ländlichen Umfeld auf: Weil er nicht den gesellschaftlichen Erwartungen entsprach, wurde er in die Psychiatrie eingewiesen. Diese Zwangsmassnahme zerstörte sein Vertrauen in die Institutionen und hinterliess tiefe Narben. Während einiger Jahre gelang es Fredy noch, ein geregeltes Leben zu führen – doch dann brach dieses zusammen. Er wurde obdachlos, kam mit Heroin in Kontakt und landete schliesslich als schwerstabhängiger Mensch auf dem Platzspitz und später am Letten.
Erst durch die Angebote von Pfarrer Ernst Sieber und die Unterstützung von Menschen, die ihm auf Augenhöhe begegneten, fand er neue Perspektiven. Durch den Rückhalt seiner selbstgegründeten Familie und viel Durchhaltewillen gelang ihm der Ausstieg aus der Sucht und der Aufbau eines neuen Lebens. Heute erzählt Fredy seine Geschichte, um Verständnis zu fördern, Vorurteile abzubauen und aufzuzeigen, wie wichtig Menschlichkeit, Unterstützung und echte Chancen für einen Neuanfang sind.