Strassenmagazin

#592 Die Menschen im Blick

Unser Redaktionskollege Klaus Petrus ist seit vielen Jahren auch als freier Fotograf und Autor unterwegs. An zahlreichen Orten, vor allem auf der sogenannten Balkanroute, hat er Menschen auf der Flucht getroffen, begleitet, Jahre später wieder getroffen und ihre Spuren verfolgt. Seine Fotoarbeiten bestimmt der Versuch, die menschenunwürdige, harte Realität an den EU-Aussengrenzen, an der auch die Schweiz massgeblich mitbeteiligt ist, zu dokumentieren. Und vor allem das, was unsere Abschottung mit anderen Menschen macht, viele davon sehr junge Männer, deren Gesichter Bände sprechen. Mehr zum Buch im Strassenmagazin und unter https://spurenderflucht.ch

Wann gucken wir über unseren Tellerrand? Das fragen wir uns in der Redaktion des Strassenmagazins immer wieder. Wie erreichen wir unsere Leser*innen, was interessiert sie – und wie kann man Geschichten so erzählen, dass sie für uns verständlich bleiben, selbst wenn sie weit weg spielen? Unsere Reportage von Sebastian Sele aus Kolumbien ist ein gutes Beispiel: Die Lebensrealitäten der Menschen in diesem grossen lateinamerikanischen Land mit Jahrzehnten des Bürgerkriegs, in denen Drogen und Rohstoffe eine grosse Rolle spielen, die verschiedenen indigenen Gemeinschaften, die oft in extremer Armut leben und um ihre Rechte kämpfen müssen – all das ist denkbar weit weg von der Schweiz. Was uns letztlich überzeugt hat, die Geschichte dennoch zu bringen, ist die Frage des Friedensschlusses – wie findet eine derart versehrte und belastete Gesellschaft wieder zueinander? Wie kommen Menschen nach massiver, dauerhafter Verunsicherung
Bei den offiziellen Verhandlungen sitzt auch die Schweiz mit am Tisch. Vor Ort in einer der besonders gefährlichen Regionen, wo die Nasa-Indigenen leben, müssen die Leute sich selbst helfen.

Obdachlos sein, ist eine Sache. Mit Zwillingen schwanger sein und in einer Garage auf einer Matratze nächtigen, heisst: nicht nur für sich verantwortlich sein. Und Angst um das eigene und das ungeborene Leben haben. So erging es einem jungen Paar aus Rumänien in Hamburg. Die beeindruckende Geschichte der beiden Armutsmigrant*innen stammt von unseren Kollegen bei Hinz&Kunzt, aufgeschrieben von Lukas Gilbert und Dmitrij Leltschuk.

 

Diana Frei hat sich mit verschiedenen Veranstaltungen rund um das Thema Erbschaft beschäftigt. Dies bringt ja – direkt und indirekt – besonders in der Schweiz viel Verantwortung mit sich, über die nicht alle glücklich sind.