Ungarn“ Second Chance Sport Association“

Die 2005 in Budapest gegründete Second Chance Sport Association nutzt Fussball als Instrument, um Vertrauen wiederherzustellen, Resilienz aufzubauen und Frauen und Mädchen, die mit den Herausforderungen des Lebens konfrontiert sind, neue Wege zu eröffnen. Die Athletinnen und Athleten, die an den Aktivitäten der Second Chance Sport Association teilnehmen, waren in unterschiedlichem Masse Kindesmissbrauch und Vernachlässigung ausgesetzt und leben mit den langfristigen Auswirkungen ihrer Traumata. Für sie ist Fussball mehr als nur ein Spiel – es ist eine Chance, Kontrolle und Würde zurückzugewinnen.

 

Mit 25 Spielerinnen mit unterschiedlichem Hintergrund – Ungarinnen, Roma, Flüchtlinge aus Syrien, Iran, Nigeria und anderen Ländern – ist das Frauenteam ein Spiegelbild der Stärke durch Kampf. Regelmässig finden Trainings für alle auf öffentlichen Plätzen statt, doch auch im privaten Bereich treffen sich die Teams, um beispielsweise in ihren Pflegeheimen in einem geschützteren Rahmen trainieren zu können. So fördern die Treffen nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern auch emotionale Heilung und Verbundenheit miteinander. In Vorbereitung auf die Europameisterschaft im Strassenfussball der Frauen erhalten die Mädchen einerseits taktische Unterstützung, sowie andererseits psychologische Betreuung und Mentoring durch Einzelgespräche und Gruppengespräche. «Die internationalen Turniere sind der grösste Motivationsfaktor für die Athletinnen und Athleten, um regelmässig am Fussballtraining teilzunehmen und ihre gesetzten Ziele zu erreichen», erklärt Dóra Gottgeisl, Sozialarbeiterin bei Second Chance.

 

Das derzeitige politische Klima in Ungarn macht die tägliche Arbeit von Organisationen wie Second Chance zu einer Herausforderung. Angesichts der Tatsache, dass die ohnehin begrenzten Ressourcen für Organisationen nicht immer zur Verfügung stehen, ist das finanzielle Überleben ein allgegenwärtiges Problem. Trotz allem gelingt es Second Chance, mit ihrer Arbeit einen Ort für diejenigen zu schaffen, die sich einen sicheren Raum wünschen, um zu wachsen und von ihren Erlebnissen zu heilen. In einem politischen Klima, in dem die Ausgegrenzten oft übersehen werden, steht Second Chance für Integration, Heilung und Hoffnung.

English

Founded in 2005 in Budapest, the Second Chance Sport Association uses football as a tool to rebuild trust, foster resilience, and open new paths for women and girls facing life’s challenges. The athletes participating in the activities offered by the Second Chance Sport Association have experienced varying degrees of childhood abuse and neglect and live with the long-term effects of their trauma. For them, football is more than just a game – it is a chance to regain control and dignity.

With 25 players from diverse backgrounds – Hungarians, Roma, refugees from Syria, Iran, Nigeria, and other countries – the women’s team reflects strength through struggle. Regular training sessions take place in public spaces, but the teams also meet in more private settings, such as care homes, to train in a safer environment. These meetings promote not only physical health but also emotional healing and connection. In preparation for the Women’s Streetfootball EURO, the girls receive tactical support as well as psychological care and mentoring through individual and group sessions. “International tournaments are the biggest motivation for the athletes to attend football training regularly and achieve their goals,” explains Dóra Gottgeisl, social worker at Second Chance.

The current political climate in Hungary poses challenges for organizations like Second Chance. Given the already limited resources that are not always available, financial survival is a constant issue. Despite this, Second Chance manages to create a space for those seeking a safe environment to grow and heal from their experiences. In a political climate where marginalized people are often overlooked, Second Chance stands for inclusion, healing, and hope.