Yosief, Strassenfussballer aus Zürich
Yosief ist seit vielen Jahren eng mit Surprise verbunden. Hauptsächlich arbeitet er als Heftverkäufer an zwei Standorten – eine Aufgabe, die der 55-Jährige seit elf Jahren mit Stolz erfüllt. «Ich habe einmal ein Praktikum als Reinigungskraft gemacht und danach einige Jahre nach einem solchen Beruf gesucht, aber nichts Passendes gefunden. Darum bleibe ich bei Surprise», erzählt er.
Seit 2016 spielt Yosief auch Fussball bei Surprise, was ihm viel bedeutet.: «Unsere Mannschaft ist gut, die Spieler und Trainer sind liebe Menschen, wir haben ein starkes Team», sagt Yosief. Für den Homeless World Cup fühlt er sich auch bereit. Besonders freut ihn, dass sein Bruder in der Nähe von Oslo lebt und ihn dort vielleicht an der WM besuchen wird. Seine vier Kinder – der älteste Sohn ist 21, dazu hat er zwei 18-jährige Zwillinge und eine 10-jährige Tochter – finden es super, dass er Fussball spielt und sind stolz auf ihn. Früher haben sie alle oft zusammen gespielt und trainiert. Heute hat sich das geändert: «Meine Kinder haben aktuell andere Interessen, als mit ihrem Vater an einen Ball zu kicken.» Trotzdem bleibt die Verbindung, und Yosief freut sich darüber.
Bis zur WM trainiert Yosief fleissig mit dem Team und auch privat, denn gewinnen möchte er unbedingt. «Surprise ist sehr wichtig für mich. Ohne Surprise hätte ich keinen Job. Ich mache meinen Job gern, aber überlege mir auch, was ich bis zu meiner Pension noch machen könnte. Ich habe Zeit und diese Zeit will ich mir gut einteilen.» Für Yosief ist die Verbindung zu Surprise mehr als Arbeit – sie ist Teil seines Lebens und ein Stück Zuhause.
Dieser Text wurde im Vorfeld des Homeless World Cup 2025 in Oslo von Alina Kilongan verfasst.