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Aktuelle Situation

Seit dem 15. Juni finden wieder in Basel, Bern und Zürich Soziale Stadtrundgänge statt. Die Sicherheit der Besuchenden der Sozialen Stadtrundgänge und Mitarbeitenden von Surprise hat jederzeit oberste Priorität. Unser Schutzkonzept basiert auf den neuesten Vorgaben des Bundesamtes für Gesundheit (BAG). Wir bitten die Besuchenden, folgende Punkte zu beachten:

  • Die Teilnehmerzahl auf unseren Touren ist auf 20 Personen beschränkt. Bitte bringen Sie den passenden Bargeld-Betrag mit.
  • Alle Besuchenden entscheiden selbst, ob sie eine Tour antreten möchten oder nicht. Gäste, welche zur Risikogruppe zählen, nehmen auf eigene Verantwortung teil. Gäste, die sich krank fühlen oder Kontakt mit Corona-PatientInnen hatten, dürfen die Tour nicht antreten.
  • Schutzmasken sind nicht obligatorisch, werden aber empfohlen. Alle Besuchenden bringen eigene Schutzmasken mit, wenn sie eine verwenden. Surprise stellt keine Masken zur Verfügung.
  • Aktuell ist der Besuch der Sozialinstitutionen nicht möglich. Wir bitten um Ihr Verständnis.
  • Alle Personen, die eine Tour buchen und online bezahlen, werden auf einer Adressliste erfasst.

Für Fragen kontaktieren Sie bitte unsere Angebotsverantwortlichen Soziale Stadtrundgänge.

Stadtrundgänge Zürich

Die Zürcher Surprise-Stadtführerin Sandra Brühlmann in Aktion (Fotos: Marc Bachmann).

Soziale Stadtrundgänge
Surprise lanciert erste Frauenarmuts-Tour in Zürich

Der Verein Surprise bietet neu in Zürich die Frauenarmuts-Tour «Schattenwelten» an. Stadtführerin Sandra Brühlmann zeigt anhand ihrer eigenen Biographie, was es für Frauen bedeutet, aus dem sozialen Netz zu fallen – und wo Armuts-, Gewalt- und Suchtbetroffene Hilfe finden.

Frauen sind überdurchschnittlich oft von Armut betroffen. Mit dem neuen Sozialen Stadtrundgang «Schattenwelten» macht Surprise dieses Phänomen in Zürich sichtbar. Warum werden insbesondere armutsbetroffene Frauen «unsichtbar»? Wie (über-)leben Frauen auf der Gasse? Auf der Tour durch den Kreis 4 erhalten Interessierte Antworten direkt von einer Betroffenen. 

Surprise Stadtführerin Sandra Brühlmann zeigt anhand ihrer persönlichen Geschichte auf, wie schnell man aufgrund von Sucht und psychischer Erkrankung in eine Abwärtsspirale gerät. Aber auch, wie man durch starken Willen und wertschätzende Hilfe wieder in einen geregelten Alltag zurückfinden kann. Besucherinnen und Besucher der Tour lernen die Anlaufstellen und Einrichtungen kennen, wo Armuts- und Suchtbetroffene Unterstützung finden – etwa das Haus zur Stauffacherin, das Zentrum für Abhängigkeitserkrankungen der psychiatrischen Universitätsklinik, den Gassentierarzt und den «Suneboge».

 

Die Expertin der Strasse

Seit sich Sandra Brühlmann erinnern kann, war sie mit Armut konfrontiert. Bereits früh erlebte sie psychische und physische Gewalt und kam mit Alkohol in Berührung. Die Negativspirale drehte sich immer schneller: Es folgte der Lehrabbruch, ein erster Klinikaufenthalt, eine schwere Depression und schliesslich eine ärztliche Fehlmedikation, die eine Psychose auslöste. Sie verlor die Wohnung und landete auf der Strasse.

Sandra Brühlmann konnte sich vor einigen Jahren aus der Psychose befreien und schaffte den Weg aus der Obdachlosigkeit und der Sucht zurück in eine geregelte Alltagsstruktur. Und sie begann ihre Ausbildung als Stadtführerin bei Surprise. Die 36-Jährige sagt: «Ich möchte mit meinen Stadtrundgängen erreichen, dass die Menschen hinschauen und auch Menschen mit Suchtproblemen mit Würde behandeln.»

«Ein schmerzhafter Weg»

Die Ausbildung von Sandra Brühlmann zur Stadtführerin dauerte über ein Jahr. «Es war ein langer und manchmal schmerzhafter Weg», sagt Carmen Berchtold, Leiterin Soziale Stadtrundgänge Zürich bei Surprise. Die Erinnerungen an die schwierige Zeit begleiten die junge Frau noch immer. Doch durch das Verstehen und Erzählen der eigenen Geschichte hat Sandra Brühlmann wieder Selbstachtung und Würde gewonnen.


Zeit:  jeweils am Montag um 14:30 – 16:30 Uhr (erste Tour am 30. September)
Start: Haupteingang St.-Jakobs-Kirche (am Stauffacher)
Anmeldung und weitere Infos: Carmen Berchtold, T +41 44 242 72 14, carmen.berchtold@surprise.ngo

Buchung und Infos zur Frauenarmuts-Tour «Schattenwelten»