Das neue Surprise 638 ist da!
«Im Kopf muss es stimmen, dann geht’s», sagt Tinu Jost, langjähriger Surprise-Verkäufer und jetzt Pensionär. Viele Jahre konnte er sich nicht vorstellen, wie das ist: ein Leben ohne Alkohol. Dann kam er davon weg, ohne Ärzt*innen und ohne Therapie.
Bei seinem Satz kommt einem unweigerlich ein anderer Spruch in den Sinn, das Mantra der Eigenverantwortung: «Wer will, der kann.» Was manche im Umkehrschluss so auslegen, dass selber schuld ist, wer es nicht schafft. Wie kaum ein anderer weiss Jost, dass es so einfach nicht ist. Aufgewachsen in einem Heim, wurde lange auf Bauernhöfen verdingt und hatte keine Möglichkeiten, sich zu entfalten. Doch das Umfeld, auch das hat Jost erfahren, kann manchmal Kräfte freisetzen; dafür braucht es Menschen, die einem im entscheidenden Moment zur Seite stehen, ob auf Ämtern oder im Surprise-Büro in Bern, wo er gäng auf einen Kaffee vorbeischaut. Ein Porträt von Klaus Petrus.
Auch Muna (Name geändert) geriet früh in Abhängigkeiten, die ihr das Leben grundlegend vereitelten; sie wurde über Jahre versklavt. Ihr Weg führte von Kenia über Saudi-Arabien in die Schweiz, wo sie vor ihren Peinigern flüchten und in Basel Unterschlupf finden konnte. Zu lange wurde Muna, wie sie selber sagt, behandelt wie eine Sache. Jetzt will sie ihr Leben zurück. Ihre Geschichte in Wort und Bild erzählt Klaus Petrus. Sie bildet den Abschluss unserer dreiteiligen Serie über Sans-Papiers – zugleich legen wir unseren Leser*innen den von Surprise lancierten Audiowalk ans Herz, in dem Sans-Papiers, darunter auch Muna, aus ihrem Leben erzählen. Alle Infos dazu im Heft.
«Boso» heisst ein vierteiliger eritreischer Spielfilm, der in einem präventiven Kontext entstanden ist und Themen der psychischen Gesundheit verhandelt. Der Film wurde vom Eritreischen Medienbund Schweiz produziert und will durchaus unterhalten, zeigt aber auch, wie persönliche Krisen mit Fluchtmigrationserfahrungen und strukturellen Hürden beim Zugang zu Unterstützung zusammenhängen. Diana Frei hat mit den Macher*innen des Filmes sowie mit Eritree*innen gesprochen und wollte wissen, was die eritreische Diaspora hierzulande bewegt und beschäftigt.
Dies und noch viel Spannendes und Sinnreiches mehr im neuen Surprise bei der Verkäuferin oder dem Verkäufer Ihres Vertrauens.