Harte Jahreszeiten
Ohne Zweifel hat das Wetter eine grosse kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung. Es bestimmt viele Bereiche unseres Lebens – das Spektrum reicht von Wirtschaftsbereichen wie der Landwirtschaft oder dem Tourismus über gesundheitliche Aspekte bis hin zu unserem Tagesablauf, unserer Kleidung und unseren Freizeitaktivitäten, ja sogar auf unsere Stimmung hat das Wetter Einfluss.
Was dabei häufig vergessen geht: Das Wetter ist auch ein Gradmesser der sozialen Ungleichheit, denn nicht alle sind gleichermassen vom Wetter betroffen. Wer kein Zuhause hat, wer auf der Strasse leben oder seinen Lebensunterhalt an Orten verdienen muss, wo man der Kälte, dem Regen und Schnee, dem Wind oder der Hitze ausgesetzt ist und die Möglichkeiten fehlen, sich vor extremem Wetter zu schützen, riskiert nicht selten seine Gesundheit.
In diesem Fotoessay dokumentiert der Amerikaner Nathan Poppe die Auswirkungen des Wetters auf Verkäufer*innen des Strassenmagazins Curbside Chronicle in Oklahoma City. Die Wetterbedingungen des Bundesstaates im zentralen Süden der Vereinigten Staaten sind extrem: Die Sommer sind sehr heiss und schwül, die Winter dagegen kalt und schneereich, es ist windig und stürmisch in dieser Region und das ganze Jahr über immer wieder bewölkt.
Die Bilder von Nathan Poppe sind Momentaufnahmen einer Problematik, die für bestimmte Menschen unter uns das ganze Jahr andauert. «Für jene, die auf der Strasse leben müssen, ist das Wetter hier eine ständige Erinnerung daran, wie zerbrechlich ein Leben ohne Unterkunft sein kann», sagt der Fotograf. KP
Kälte und Schnee
Der Strassenverkäufer Gary (erstes Bild) kümmert sich um die Hunde eines Freundes, während er darauf wartet, in einer Notschlafstelle aufgenommen zu werden. «Diese Jahreszeit ist für mich die schlimmste, die Kälte macht mich noch kränker als eh schon.»
Hitze
Breyshaun (erstes Bild) leidet sehr unter der brütenden Hitze, ihm wird oft übel. Dann sucht er den Schatten, trinkt abgefülltes Wasser und versucht mit kühlen Tüchern der Hitze zu trotzen. «Habe ich keine sauberen Kleider mehr, spüle ich sie mit Wasser aus, ziehe sie an und lasse sie an mir trocknen.» Vor kurzem hat Breyshaun eine Bleibe gefunden.
Regen
Im vergangenen Mai suchten schwere Regenfälle Oklahoma City heim. Die Menschen zogen sich in ihre Zelte zurück, um einigermassen trocken zu bleiben. Zum Einkaufen oder für die Arbeit benutzt Brian (erstes Bild) einen Karton als Regenschutz.
Über den Fotografen
NATHAN POPPE, 37, ist in Texas geboren und in Oklahoma City aufgewachsen. Er hat Journalismus studiert und ist Chefredaktor der Strassenzeitung Curbside Chronicle von Oklahoma City.
Foto: ZVG







