Verkäufer*innenkolumne

Höhepunkte

Text
URS HABEGGER
ILLUSTRATION
DEBORAH AMBAUEN
Nr. 628,

Wer denkt, es gäbe im Leben eines Surprise-Verkäufers keine Höhepunkte, der irrt. Ich zum Beispiel weiss gar nicht so recht, wo ich beginnen soll, wenn ich eine diesbezügliche Aufzählung wagen will. Aber ich versuch’s:

Im April 2020 wurde erstmals ein von mir verfasster Text veröffentlicht; als Kolumne im Surprise. Im April 2024 erschien mein erstes Buch mit dem Titel «Am Rande mittendrin, Erlebnisse eines Surprise-Verkäufers». Und das wurde gar ein Bestseller. Im November 2024 habe ich mein 100000stes Surprise-Heft verkauft. Am 25. März dieses Jahres ist mein zweites Buch erschienen.

Ich meine, das sind Ereignisse, die man getrost als Höhepunkte bezeichnen darf. Aber es kommt noch besser. Der absolute Höhepunkt all meiner Surprise-Jahre war am Dienstag, dem 24. März dieses Jahres. In diesem Abend gipfelte alles. Denn da fand die Vernissage meines neuen Buchs statt. Es heisst «So lang die Beine tragen». Passend dazu feierte ich genau an diesem Tag auch meinen siebzigsten Geburtstag. Ich hatte siebzig Gäste aus verschiedenen Bereichen meines Lebens ins Restaurant Rathaus in Rapperswil eingeladen. Der Grossteil davon langjährige Surprise-Kund*innen.

Die Programmpunkte: Büchertisch, und auch sonst tatkräftige Mithilfe an diesem Abend von Eduard Hirschi und Monika Künzler von der Buchhandlung Bücher Spatz in Rapperswil. Begrüssungsapéro, anschliessend Vernissage. Mitwirkende: Diana Frei, Co-Redaktionsleiterin Strassenmagazin Surprise; Gaby Ferndriger, Verlagsleiterin elfundzehn Verlag; Caruâ Nogueira, Absolvent des Schweizerischen Literaturinstitut in Biel; Martina Hirzel, Schauspielerin und vieles mehr. Für das leibliche Wohl war gesorgt durch ein einfaches, aber leckeres Menü. Dann eine Comedy-Einlage von mir und gemütliches Ausklingen dieses wunderschönen Dienstagabends. Alles hat gepasst: Meine Gäste, die Stimmung, der atmosphärische Saal, Service, Küche, der ganze Ablauf, einfach alles.

Dieser Abend war der absolute Höhepunkt all meiner Surprise-Jahre. Es war meine Gelegenheit, vielen Menschen aus meinem näheren Umfeld ein herzliches «Danke für alles» zu sagen. Ich bin glücklich, dass ich diese Gelegenheit nicht verpasst habe.

Am Tag danach wusste ich: Jetzt ist gut.

URS HABEGGERURS HABEGGER, 70, verkauft Surprise seit 18 Jahren in der Bahnhofunterführung von Rapperswil. Er will es weiterhin solange tun, wie ihn die Beine tragen.

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