Pörtner in Zürich, Seilbahn Rigiblick
Surprise-Standorte: Migros
Einwohner*innen: 448 664
Sozialhilfequote in Prozent: 5,5
Anteil ausländische Bevölkerung in Prozent: 33,7
Gründungsjahr Seilbahn Rigiblick: 1978 – 79, Neubau 2011
Wer die in Aussicht gestellte Aussicht auf den berühmten Berg geniessen will, muss dazu die Standseilbahn benutzen, die in sechs Minuten fährt, bei Andrang frühere Abfahrt möglich. Andrang herrscht keiner, selbst von der Bergstation aus wird bei diesem trüben Wetter nichts zu sehen sein, und im gleichnamigen Theater findet um diese Zeit keine Vorführung statt. Hingegen rollt am Platz bei der Talstation der Verkehr, Autos, Lastwagen, Trams, Busse, Velos, Roller, alles fährt vorbei an verschiedenen Coiffeur- und einem Nail-Salon, der Fingernägel und Augenwimpern im professionell amerikanischen Stil anbietet. Wer sich nicht über die viel befahrene Strasse traut, kann diese unterqueren und gelangt auf einen schmalen Weg, der auf die Stolze-Wiese führt, wo einmal im Jahr ein legendäres Gratis-Open-Air steigt. Direkt an der Strasse liegen zwei Traditionslokale, der alte Löwen und die Linde, letzteres ist gleichzeitig das Haus der Zunft Oberstrass, so heisst das Quartier. Beide Lokale verfügen über eine Anzahl Aussenplätze, die Saison ist aber noch nicht gestartet oder bereits wieder unterbrochen. Das gegenüberliegende, moderne Restaurant, das nur pflanzenbasierte Speisen anbietet, verfügt über einen geheimen Garten, etwas versteckt, aber gut ausgeschildert und darum nicht ganz so geheim.
Etwas diskreter, nämlich mit einem hölzernen Wegweiser ausgeschildert ist die Trainingshalle des Schwingklubs Zürich, ein Gebäude, dessen Existenz mitten in der Stadt viele überrascht. Der Weg führt an einem Minimalspielplatz vorbei. Auch eine Burger-Boutique findet sich, sie ist Teil eines Boutique-Hotels. Dahinter wirbt eine auf die Hauswand gemalte Werbung für einen Kartenverlag, der allerdings nicht hier residiert.
Stufen führen hinab zum Kiesplatz neben dem alten Löwen, eine kleine Flutlichtanlage steht bereit, damit das bereits laufende Boule-Spiel bis in die Nacht fortgesetzt werden kann. Das Wirtshaus wird von einem Wandgemälde einer wilden Kutschenfahrt geziert.
Wie es sich für die Stadt gehört, wird hier auch gebaut. Ein grosses Mehrfamilienhaus, das eigentlich noch gut in Schuss zu sein scheint, ist abgesperrt und wird saniert oder gar abgerissen. Fast fertig ist ein Neubau aus bronzefarbenem Stahl und Glas mit einem kleinen, runden Turm, ein Gebäude, das über modernste Technik verfügen wird, um möglichst wenig Energie zu verbrauchen, wie eine Infotafel informiert. Schon länger steht die Villa, die über der Talstation der Seilbahn thront. Ein blauer Kleber am Neubau ruft zur Wohnungsnotdemo auf.
Bei der Tramstation gibt es eine Telefonkabine, der rote Hörer hängt herunter, solange es Telefonzellen gibt, werden sie vandalisiert. Wahrscheinlich öfter als zum Telefonieren benutzt. Wer zu Hause das Geschirr zerschlagen hat, findet hier Ersatz in einem Fachgeschäft, dessen Öffnungszeiten aber nur online zu erfahren sind. Auch für sonstige Schäden im Haushalt steht eine Werkstatt bereit, die von Schuhen über Fahrräder bis hin zu Haushaltsgeräten alles repariert.