Dr Aare na
Die Aare entspringt in den Gletschern des Finsteraarhorns und des Lauteraarhorns – leider sind diese Gletscher zurückgegangen. Es folgt zuerst das Grimsel-Wasserkraftwerk mit 330 Megawatt Leistung. Nach wenigen Kilometern kommt die berühmte Aareschlucht, die viele Tourist*innen anzieht und ein Naturwunder ist. Gleich dahinter liegt der kobaltgrüne Brienzersee mit einem Steg in Iseltwald, der wegen einer koreanischen Netflix-Serie weltberühmt wurde. Der Zugang zum Steg kostet seither eine «Selfie-Gebühr» von fünf Schweizer Franken. Anschliessend kommt Interlaken, wo die Aare durch die Lütschine verstärkt wird. Dort befindet sich auch ein Wasserkraftwerk mit einem Aalrettungsgitter, damit kein Aal verschnetzelt wird.
Der Aare nach finden sich alle grossen Themen der Gegenwart. Von der Stromversorgung und der Frage nach erneuerbaren Energien über Popkultur bis hin zum Tierschutz. Es geht noch weiter. Schon kommt der Thunersee mit der Blüemlisalp und Spiez, dem Kraftort am Wasser. Ebenfalls im Thunersee fliesst die Kander zu, die von Menschenhand in den Thunersee umgeleitet wurde. Danach kommt der Teil, der besonders gut zum Böötle geeignet ist. Und wie heisst es im Lied von Stiller Haas: «Gang doch e chli dr Aare na, dere schöne grüene Aare na, dere Aare na!»
Um die Hauptstadt Bern macht die Aare eine Schlaufe. Da kann man, wenn man ein*e gut*e Schwimmer*in ist, auch durch die Stadt schwimmen; die Bäder Marzili und Eichholz laden dazu ein, auch wenn das Wasser kälter ist als in anderen Flüssen.
Ein paar Kilometer später folgt der Wohlenstausee, die Saane liefert Wasser aus der Romandie hinein. Doch wurde der Fluss via Hagneckkanal durch den Bielersee umgeleitet, aber etwas Wasser fliesst immer noch durch die alte Aare nach Solothurn. Kurz danach schluckt die Aare die Emme, und als nächste Stadt kommt Olten mit der Gäubahnbrücke, wo Mutproben stattfinden bei jungen Menschen: mit Abegumpe. Ebenfalls in Olten gibt es die alte Holzbrücke, die beliebt ist bei Tourist*innen.
In Aarau hat es eine Flussinsel, ein Lieblingsort vieler Menschen. Die Aare gibt auch dem Aargau den Namen, friedlich mit Spazierwegen plätschert die Aare durch Brugg, und bei Turgi ist das Wasserschloss, wo dann Reuss und Limmat in die Aare fliessen. Am Schluss kommt das «Atomtal», und die Aare mündet nach dem Klingnauer Stausee in den Rhein – mit mehr Wasser, als der Rhein bis dorthin führt. Die Aare trägt Wasser aus 20 Kantonen mit sich. Und ebenso viele Geschichten.