«Ich sah keinen anderen Weg»
Wahidullah Alikhan lebt in Grenchen und hat einen F-Ausweis. Er kam aus Kabul hierher, er möchte weiter Medizin studieren. Was ihn zur Flucht bewogen hat und was er auf dem Weg erlebte, schrieb er auf. Dies sind seine Worte.
Ich bin geboren am 25. April 2001 in Afghanistan, in der Stadt Dschalalabad, im Herzen eines Landes, das seit Jahrzehnten von Kriegen und Krisen heimgesucht wird. Zusammen mit meinen Brüdern und Schwestern bin ich in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen. Meine Eltern hatten ständig Geldprobleme, die durch die anhaltenden Konflikte im Land nur noch grösser wurden. Mein Vater, ein Lastwagenfahrer, hegte die Hoffnung, dass wir, seine Kinder, eines Tages Erfolg haben würden, wenn er uns bloss eine gute Ausbildung ermöglichen kann. Er träumte von einem Afghanistan frei von Kriegen.
2016 schloss ich die Grundschule in Dschalalabad ab und besuchte daraufhin eine Madrasa, wo uns die Grundlagen des Islam vermittelt wurden. Bereits damals waren die Angst vor den Taliban sowie die Schüsse von Gewehren, das Heulen der Mörserraketen und die Explosionen von Bomben unsere ständige Begleitung. Schon früh wurde ich Zeuge der Vertreibung von Familien und des Todes unschuldiger Menschen. All das war Teil meiner Kindheit und hinterliess tiefe Narben in meiner Seele.
Studieren unter widrigen Umständen
Ich war immer ein fleissiger Schüler und träumte davon, an einer Universität zu studieren. Doch ich wusste, dass dieses Ziel nicht einfach zu erreichen ist – vor allem mit meinem familiären Hintergrund sowie in einem Land wie Afghanistan, dessen Zukunft so ungewiss war.
Jeden Morgen ging ich auf einer vom Krieg zerstörten Strasse zur Schule. Trotzdem waren meine Klassenkameraden und ich voller Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Wie unsere Eltern träumten wir vom Wiederaufbau unseres Landes, von einer Heimat, in der Kinder wie wir eine Zukunft voller Frieden und Wohlstand haben. Wir wussten, dass Bildung unsere einzige Möglichkeit ist, um diesen Traum zu erfüllen. Oft hatten wir nur zehn Afghani in der Tasche, das sind umgerechnet nicht einmal 15 Rappen. Trotzdem waren wir glücklich – weil wir einander hatten und uns gegenseitig beim Lernen unterstützen konnten. Und so hatten wir trotz Angst vor dem Krieg und den Spuren, die all das in uns hinterlassen hat, wenigstens teilweise eine unbeschwerte Kindheit.
Ich war glücklich darüber, dass ich meine Schulzeit erfolgreich abschliessen konnte. Um an einer öffentlichen Universität zugelassen zu werden, musste ich eine Prüfung ablegen, ein sogenanntes Staatsexamen. Das war 2017. Ich lernte Tag und Nacht, um mich darauf vorzubereiten. Viele Studierende aus wohlhabenden Familien hatten private Nachhilfelehrer*innen. Ich musste allein zuhause lernen.
Mir fehlte zwar das Geld, doch war ich fest entschlossen, die Prüfung erfolgreich zu absolvieren. Das Staatsexamen brachte noch andere Herausforderungen mit sich, wie Korruption und Vetternwirtschaft. Viele Eltern nutzten ihren gesellschaftlichen und politischen Einfluss oder sie bezahlten Bestechungsgelder, um ihren Kindern einen Studienplatz zu sichern – während ich, der Sohn eines Lastwagenfahrers, das Nachsehen hatte. Es war ein unfaires Spiel. Umso mehr hatte ich mir in den Kopf gesetzt, es aus eigener Anstrengung heraus zu schaffen.
Und es klappte! Ich wurde mit einem Teilstipendium an einer Privatuniversität in Kabul im Fachbereich Medizin zugelassen. Und so zog ich Anfang 2019 von Dschalalabad in unsere Hauptstadt. Weil das Studium teuer war, musste ich mir überlegen, wie ich es finanzieren kann. Manchmal machte mein Vater Überstunden, um mehr zu verdienen, manchmal lieh ich mir das Geld für die Semestergebühren von Freunden, deren Eltern reich waren. Gereicht hat es aber selten. Deshalb begann meine Familie, die Eier unserer Hühner auf dem Markt zu verkaufen, und meine Schwestern nähten Kleider für fremde Leute.
Zur Lage in Afghanistan
Im April 2021 kündigten die USA und ihre NATO-Verbündeten den Abzug ihrer Truppen aus Afghanistan an – zwanzig Jahre nach dem Ende der Talibanherrschaft, die zwischen 1996 und 2001 weite Teile des Landes regierten. Im Sommer 2021 starteten die Taliban eine neue Offensive, am 15. August nahmen sie die Hauptstadt Kabul ein. Präsident Ashraf Ghani löste seine Regierung auf und setzte sich ins Ausland ab. Eine Woche später floh auch Wahidullah Alikhan aus Afghanistan. Seitdem kontrollieren die Taliban das gesamte Land, wobei bisher kein westlicher Staat deren Regierung offiziell anerkannt hat.
Mit jedem Tag verschlechterte sich die Lage in Afghanistan. Im Frühjahr 2021 wurden die Angriffe der Taliban immer schlimmer, auch Schulen wurden bombardiert. Meine Eltern machten sich Sorgen, dass ich unter solchen Umständen mein Studium nicht mehr fortsetzen könnte, und fürchteten um meine Zukunft. Im Sommer war der Krieg auf dem Höhepunkt. Die Kämpfe zwischen den Taliban und der Regierung nahmen weiter zu, viele Zivilist*innen wurden getötet. Mein Traum von einer strahlenden Zukunft schien zu zerplatzen. Das bisschen Hoffnung, das ich in diesen schwierigen Zeiten noch hatte, ging zunichte. Wegen des Krieges, der sich immer mehr auch Kabul näherte, verliessen viele der Professor*innen das Land. Auch einige meiner Klassenkameraden hörten mit dem Studium auf und gingen ins Ausland – sie hatten ja das Geld dazu. Für mich, der ich zurückblieb, fühlte es sich an, als würden all meine Zukunftswünsche von den Flammen des Krieges verzehrt. Aber ich wollte nicht aufgeben. Wie ich schon sagte, hatte ich den festen Entschluss gefasst, meinen Traum von einem erfüllten Leben aus eigener Kraft zu erreichen, egal, wie viele Opfer ich dafür bringen muss.
In dieser Zeit fühlte sich das Universitätsleben für mich an wie eine Welt, in der ich ein Fremder war. Meine Freunde schlenderten durch die Gassen von Kabul und gingen aus, um sich wenigstens manchmal noch zu amüsieren. Wenn ich sie sah, lächelte ich ihnen von weitem zu und liess mir nichts anmerken. Meine Realität sah ganz anders aus. Meine Familie war in Geldnöten und sorgte sich um mich. Oft hatte ich das Gefühl, in einem dunklen Raum eingesperrt zu sein, unfähig, auch nur einen Lichtstrahl zu sehen.
Die Quelle meines Kummers war meine Ohnmacht, nichts gegen die harte Realität tun zu können. Weder hatte ich Einfluss auf die Situation meiner Eltern noch auf den Krieg im eigenen Land. Auch meine jüngeren Geschwister wurden all ihrer Träume beraubt. Genau wie ich wollten sie eine Ausbildung machen, sie wollten Ärzte, Krankenschwestern oder Ingenieure werden. Meine jüngsten Schwestern träumten von farbenfrohen Kleidern und Spielzeug, beides konnten sich meine Eltern nicht leisten. Das brach mir das Herz und verstärkte mein Gefühl von Hilflosigkeit. Ich wünschte mir eine glückliche Zukunft für sie. Ich stellte mir vor, dass ich durch mein Studium einen Weg finden werde, um irgendwann einmal ihre Träume erfüllen zu können.
Schwere Entscheidung
Die Situation in Afghanistan war nun ausser Kontrolle. An allen Ecken und Enden breitete sich unter den Menschen Hilflosigkeit und Unsicherheit aus, auch in Kabul. Wir hatten das Gefühl, dass alles um uns herum auf eine Zerstörung zusteuerte. Besonders die Universitäten wurden zu Zielen der Taliban: Professor*innen wurden mit dem Tode bedroht, Studierende wurden Opfer brutaler Gewalt, besonders die Frauen unter ihnen wurden gedemütigt. Meine Eltern machten sich infolgedessen noch grössere Sorgen um mich, schliesslich verboten sie mir, weiterhin die Universität zu besuchen. Was für mich sehr schlimm war, denn ich studierte dort bereits zwei Jahre Medizin.
Trotz allem wollten meine Eltern für mich eine glänzende Zukunft. Und so fassten wir gemeinsam als Familie am 18. August 2021, nur wenige Tage, nachdem die Taliban auch Kabul eingenommen hatten, den Entschluss, dass ich anderswo mein Glück versuche und Afghanistan verlasse – mein geliebtes Zuhause. Diese Entscheidung fühlte sich an, als würde meine Seele in Stücke zerrissen. Ich liess einen Teil meiner Identität zurück. Mein Herz fühlte sich an wie ein zerbrochener Spiegel, der in tausend Stücke zersprungen war. Meine Hoffnungen waren verdorrt wie trockene Blätter, die von einem leblosen Baum fallen. Meine Zukunft erschien mir wie ein dunkler, endloser Tunnel ohne sichtbares Ende. Und mein Herz war wie ein sinkendes Schiff, das in den Wellen der Verzweiflung ertrank.
Und doch musste ich diese Entscheidung treffen. Ich sah keinen anderen Weg.
Als Erstes musste ich mit einem Schmuggler Kontakt aufnehmen, der mich aus dem Land nach Pakistan und von dort weiter in den Iran brachte. Was wiederum viel Geld kostete. Mein Vater verkaufte ein Stück Land, das er in seinem Heimatdorf noch hatte – was ihm schwerfiel, denn er verband mit diesem Ort viele Erinnerungen an seine Familie und die Vorfahren. Wir verkauften unsere Kuh, eine wichtige Einnahmequelle für die Familie. Meine Mutter verkaufte ihre Hochzeitsarmbänder, was sich für mich anfühlte, als würde sie alles verhökern, was an Glück für sie noch übrigblieb. Meine Schwestern nähten weiterhin Kleider für Fremde. Ich sah, wie ihre kleinen Finger von Nadeln durchstochen wurden. Das alles taten sie bloss, um mir zu helfen. All das bereitete mir ein schlechtes Gewissen.
Aufbruch ins Ungewisse
Schliesslich kamen wir in Kontakt mit Schmugglern und vereinbarten mit ihnen eine Route bis in den Iran. Von Spin Boldak aus brachten sie mich zusammen mit einer Gruppe anderer Afghan*innen erst durch die Wüste der Provinz Helmand, dann über unwegsame Strassen durch die Provinz Nimroz nach Pakistan. Das war Anfang September 2021. Die Reise war viel härter, als ich mir vorgestellt hatte. Dreissig von uns wurden in einen überdeckten Pickup gepfercht, der eigentlich nur für zehn Personen gedacht war. Wie Säcke stapelten sie uns übereinander. Ich weiss nicht, ob es auf der ganzen Welt unmenschlichere Wesen gibt als diese Schlepper. Tiere haben wenigstens ein gewisses Mass an Würde. Schlepper haben keine.
Unser erster Halt war unweit von Taftan, einer Stadt in der Provinz Belutschistan an Pakistans Grenze. Unterwegs fiel einer von uns vom Pickup, aber die Schmuggler fuhren einfach weiter – so als ob dieser junge Mann keinen Namen hätte, keine Mutter, keine Träume, als wäre er nichts. Später stoppten uns pakistanische Soldaten und hielten uns vier Tage lang in einem Haus an der Grenze fest, umringt von Stacheldrahtzäunen. Sie gaben uns kein Essen und nur wenig zu trinken. Sie beschimpften uns, machten uns deutlich, dass sie in uns keine Menschen sahen, sie schlugen und demütigten uns. Wir waren alle sehr verzweifelt.
Dann liessen uns die Soldaten frei. Die Schlepper brachten uns weiter an die iranische Grenze zum Berg Mushkil Ghar, was auf Deutsch – der Name sagt schon alles – «der schwierige Berg» heisst. Kaum über der Grenze, eröffneten iranische Grenztruppen das Feuer auf uns. Zu diesem Zeitpunkt waren wir bereits sehr geschwächt, wir hatten Hunger und Durst. Zum Glück wurde niemand verletzt. Und doch hatten wir das Gefühl, man habe uns den letzten Rest von Menschlichkeit genommen. Unsere Herzen wurden zu Stein, wir befanden uns auf einem dunklen und endlosen Weg irgendwo zwischen Leben und Tod, ohne dass uns jemand helfen konnte.
Zur Lage im Iran
Der Iran gehört zu den Ländern mit den meisten Geflüchteten, allein 3,5 Millionen Menschen kommen aus Afghanistan. Auf dem Weg in Richtung Europa bleiben viele für einige Monate im Land, um Geld für die Weiterreise zu verdienen. Aufgrund der sich verschlechternden ökonomischen Lage – die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei über 20 Prozent – werden immer mehr afghanische Geflüchtete zurückgeschickt, um Arbeitsplätze für die eigene Bevölkerung zu sichern. Die Inflation hat die Situation seit vorigem Jahr noch verschärft, sie ist auch mitverantwortlich Taftan für die gegenwärtigen landesweiten Proteste gegen die autoritäre Regierung.
QUELLEN: UNO FLÜCHTLINGSHILFE, STATISTIKA.COM
Inmitten all dieses Leids starb ein afghanischer Mann unter uns – an Hunger und Durst. Wir mussten den Leichnam zurücklassen zwischen all den Steinen. Seine leeren Augen waren zum Himmel gerichtet, seine Lippen vertrocknet. Er war ein guter Freund und sein Tod ein grosser Verlust für uns alle. Es war, als ob mit ihm ein Teil von uns gestorben wäre.
Eines Nachts nahmen uns iranische Soldaten gefangen und brachten uns in einen dunklen, dreckigen Raum. Sie beschimpften uns, behandelten uns wie Eindringlinge und gaben uns damit einmal mehr zu verstehen, dass wir nicht willkommen waren. Einige von uns wurden brutal zusammengeschlagen. Sie boten uns Wasser an, doch das war schmutzig. Das Essen, das sie uns vorsetzten, hätten nicht einmal Tiere angerührt. Wir fühlten uns wie in einem Albtraum. Angst, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit waren auf unseren Gesichtern zu lesen, und wieder war niemand da, der uns hätte helfen können.
Nachts weinten wir, wenn wir an unsere Familien und unsere Heimat dachten. Es fühlte sich an, als wären es die letzten Tage unseres Lebens. Unser Geist war leer, alles war Schmerz. In dieser Zeit starben wieder einige aus unserer Gruppe, auch sie an Hunger, Durst oder infolge der Schläge der Grenzsoldaten. Unter uns waren auch Frauen, einige waren schwanger. Ihr Gesundheitszustand verschlechterte sich immer mehr. Sie wurden bereits davor von pakistanischen Soldaten misshandelt, und jetzt wiederum von den iranischen. Wir anderen waren machtlos, wir konnten ihnen nicht helfen und mussten tatenlos ihr Leid mitansehen.
Herzen aus Stein
Die Reise quer durch den Iran in die Türkei fühlte sich an wie ein Abstieg in die Hölle – eine Hölle nicht aus Feuer, sondern voller menschlicher Gier und Grausamkeit. Inzwischen war es Ende Oktober, ich war bereits seit über zwei Monaten unterwegs. Diese Zeit kam mir vor wie eine dunkle Nacht, die kein Ende zu haben schien. Jeder Schritt auf diesem langen Weg brachte uns dem Tod näher, wir fühlten uns wie Lämmer, die zur Schlachtbank geführt werden. Noch bevor wir die türkische Grenze erreichten, wurden wir mehr als ein halbes Dutzend Mal an weitere Schlepper «verkauft», und jeder wollte noch Geld aus uns herauspressen.
Während der Reise wurden wir zu angeblich sicheren Unterkünften gebracht, wo die Übergabe an andere Schlepper stattfinden sollte. Doch diese Orte waren nichts anderes als Abgründe des Elends, Höhlen des Kummers und des Leids. Wir lebten auf engstem Raum in kleinen, schmutzigen Häusern, die an Viehställe erinnerten. Das Wasser war wieder dreckig, eine Quelle nicht des Lebens, sondern von Krankheit und Tod. Das Essen war verdorben und verschimmelt, als wäre es eine Henkersmahlzeit.
Als wir Anfang November 2021 unweit der iranischen Stadt Maku die Grenze zur Türkei überquerten, fasste uns bald darauf die Grenzpolizei. Sie nahmen uns Hosen, Hemden und Handys weg und liessen uns stundenlang in der Kälte stehen. Manchen von uns rissen sie die Fingernägel aus. Sie rasierten unsere Köpfe, was uns den letzten Rest an Würde nehmen sollte. Wir schämten uns deswegen. Manchmal nahmen sie eine Frau mit, stellten sie an einen Pfosten und vergewaltigten sie – wie ein Vogel, der in den Klauen eines Monsters gefangen ist.
Oft arbeitete die Grenzpolizei mit den Schmugglern zusammen. Sie tauschten unsere Daten aus, riefen unsere Familien an und drohten ihnen mit Videos, auf denen zu sehen war, wie wir geschlagen und gefoltert wurden – nur, um unsere Angehörigen damit zu verängstigen oder sie dazu zu bringen, ihnen Geld zu schicken.
Das alles klingt wie Szenen aus einem Film. Doch es war unser Leben.
Zur Lage in der Türkei
Seit März 2016 gibt es ein Migrationsabkommen zwischen der EU und der Türkei mit dem Ziel, «irreguläre Migration» zu regulieren und «Schleuserkriminalität» zu bekämpfen. Wie der Iran ist auch die Türkei ein Transitland für afghanische Flüchtende; 2024 waren es eine halbe Million Menschen, die sich dort zwischenzeitlich aufhielten. 2022 veröffentlichte Amnesty International unter dem Titel «Sie behandelten uns nicht wie Menschen» einen Bericht, dem zufolge sowohl die türkische als auch die iranische Grenzpolizei Geflüchtete misshandelte, folterte und Schusswaffen einsetzte, um Menschen am Grenzübertritt zu hindern.
QUELLEN: SEM, AMNESTY INTERNATIONAL
Über den Autor
Wahidullah Alikhan arbeitet in Zürich auf dem Flughafen als Aushilfe bei der Passagier kontrolle. Er hat derzeit den F-Ausweis (vorläufig aufgenommene Flüchtlinge).
Aus dem Englischen übersetzt von KLAUS PETRUS
Der Zweite Teil dieser Geschichte folgt im nächsten Heft. Ab dem 27. Februar auf der Strasse und ab dem 13. März hier in diesem Artikel.
Türkei, Ende 2021. Inzwischen war ich seit vier Monaten von Kabul weg, meinem Zuhause. Schmerzvoll erinnerte ich mich an meine Familie, meine Freunde und mein Medizinstudium. Wie gern wäre ich Arzt geworden. Ärzt*innen stehen für Menschlichkeit und Mitgefühl, und oft sind sie die letzte Hoffnung in Zeiten von Schmerz und Verzweiflung. Ihre Hände sollen heilen und ihre Herzen Barmherzigkeit bringen. Daran glaube ich fest, und so habe ich es auch an der Universität gelernt.
Doch in der Türkei entpuppten sich diese Ideale als Lügen – Lügen, die unsere Hoffnungen zerstörten. Die Herzen der Ärzt*innen dort waren aus Stein. Eines Tages erkrankte ein Freund. Ich war zuversichtlich, dass wir einen Arzt finden würden, der meinen Freund gesund pflegt, und brachte ihn in eine Klinik der Stadt Van. Doch statt erleichtert war ich schockiert. Mein Freund war vor Schmerzen inzwischen ohnmächtig geworden. Und als Erstes fragte der Arzt: «Haben Sie einen Ausweis?» Ich war fassungslos. «Herr Doktor», antwortete ich, «wir sind Flüchtende aus Afghanistan und erst seit ein oder zwei Wochen im Land.» Meine Stimme zitterte vor Hilflosigkeit, doch der Arzt sagte bloss: «Wenn Sie nicht sofort gehen, rufe ich die Polizei.»
Ich werde diesen Moment nie vergessen. Die Türkei, ein Land, von dem ich meinte, es halte die humanitären Werte hoch, war in Wahrheit ein grausamer Ort, an dem Menschlichkeit nichts als eine Lüge war und Ungerechtigkeit herrschte.
Ein 50-Euro-Schein bei der Pflaumenplantage
In Istanbul fand ich Anfang 2022 für acht Monate in einer Textilfirma einen Job. Die Hoffnung, hier Geld zu verdienen, um so wenigstens einen Teil der Schulden abzuzahlen, die ich gemacht hatte, um die Schlepper zu bezahlen, zerschlug sich jedoch schnell. Wir arbeiteten unter harten Bedingungen von frühmorgens bis in die Nacht, verdienten dabei aber nur wenig. Auch waren wir ständig in Angst vor Polizeirazzien. Manchmal kamen die Polizisten sogar während des Essens und machten Kontrollen, manche von uns wurden verhaftet.
Der Weg von der Türkei nach Bulgarien war ein erneuter Abstieg in die Hölle – ein Weg voller Angst, Erschöpfung und Hoffnungslosigkeit. Als ich Istanbul Ende August 2022 zusammen mit anderen afghanischen Flüchtenden in Richtung Edirne nahe der bulgarischen Grenze verliess, wurde ich Zeuge einer so grossen Not, wie ich sie mir vorher nicht hätte vorstellen können. Noch heute lässt mich der Gedanke daran erzittern. Kurz vor der Grenze fanden wir Unterschlupf – ein dunkles, dreckiges Loch. Als wir dann die Grenze zu Fuss überquerten, waren wir so geschwächt, dass wir keine Kraft mehr hatten, uns vor den bulgarischen Grenzpolizisten in Sicherheit zu bringen. Unsere Körper waren buchstäblich ausgelaugt. Die Beamten nahmen uns fest und zwangen uns auf die Knie – eine Geste, die mich zutiefst demütigte. Mit ihren Gewehrkolben schlugen sie auf uns ein. Und als sie keine Lust mehr hatten, uns zu verprügeln, liessen sie ihre Hunde auf uns los. Viele von uns wurden dabei verwundet – auch ich.
Ich hatte gedacht, Bulgarien würde als europäisches Land wenigstens ein wenig Menschlichkeit zeigen. Doch dieser Glaube war ein bitterer Irrtum. Damals war ich wirklich verzweifelt. Ich war von der Türkei enttäuscht, doch die Grausamkeit Bulgariens war noch schlimmer.
Schliesslich, es war Anfang September, schickten uns die bulgarischen Grenzpolizisten in die Türkei zurück. Kaum über die Grenze wurden wir von der türkischen Polizei entdeckt. Einigen von uns gelang die Flucht – auch ich rannte weg –, doch wenig später tauchten weitere Polizisten auf und wollten uns festnehmen. Ich kletterte auf einen Hügel und sprang über einen Zaun. Dieser Sprung fühlte sich an, als würde ich dem Tod entkommen – ein furchterregender und zugleich intensiver Augenblick.
Alles, was ich dort in der Türkei bei mir hatte, war eine Flasche Wasser. Ich irrte umher, der Hunger machte mich ganz benommen, und mit jedem Schluck Wasser wurde ich noch durstiger. Ich durchstreifte Einöden und Wälder. Wo ich genau war, wusste ich nicht. Irgendwann kam ich zu einer Pflaumenplantage, wo ich mich niederliess, um mich zu erholen. Und kaum zu glauben: Dort fand ich auf dem Boden einen 50-Euro-Schein. Vermutlich hatte ihn ein Arbeiter verloren – für mich war dieses Stück Papier wie ein Rettungsanker.
Ich verbrachte die Nächte und Tage damit, mich durch Felder und Wälder langsam weg von der bulgarisch-türkischen Grenze zu bewegen. Als ich damit rechnen konnte, dass mir keine Grenzpolizei mehr auflauert, dachte ich, endlich auf dem richtigen Weg zu sein. Ich lief zu einer Strasse und winkte den vorbeifahrenden Autos. Irgendwann hielt ein Lastwagen an. Ich fragte den Chauffeur, ob er mich nach Istanbul bringen könne. Er willigte ein, wollte dafür aber mein restliches Geld. Ich hatte keine andere Wahl, als wieder zurückzugehen. Istanbul war der einzige Ort, an dem ich einen neuen Schlepper finden konnte, der mich aus der Türkei erneut in Richtung Westen bringen würde.
Der Mann versteckte mich in seinem Lastwagen, so wie man einen Vogel in einem Käfig versteckt. Dort musste ich mich acht oder neun Stunden lang stillhalten. Ich hielt zwischendurch sogar meinen Atem an, so sehr fürchtete ich, dass man mich entdecken könnte, sobald der Wagen einmal anhielt. Als wir in Istanbul ankamen, ruhte ich mich ein paar Tage aus, kontaktierte dann einen Schlepper und setzte meinen Weg fort.
Ein Handy, aber kein Internet
Ich hatte in all dieser Zeit viel gesehen. Ich sah menschliche Knochen, irgendwo verstreut, sie waren Zeugen von Verzweiflung und Tod. Einmal sah ich einen Schädel. Ich stellte mir vor, er habe jemandem gehört, der ich sein könnte: ein junger Mann, der sein Zuhause verlassen musste, um anderswo Frieden und Glück zu finden – und dessen Hoffnungen von Bergen, Wäldern und Einöden verschluckt wurden. Alles, was von diesem Mann übrigblieb, war sein Schädel, ein stummes Überbleibsel seines tragischen Schicksals. Ein Schädel, der wertlos auf dem Boden herumlag und der mir einmal mehr bewusst machte, wie zerbrechlich das Leben ist und wie schnell Träume zerplatzen können.
Vermutlich hatte dieser junge Mann ein Zuhause, eine Mutter, einen Vater und Geschwister. Vielleicht wartet seine Frau noch immer auf ihn und hofft, dass ihr Geliebter eines Tages zurückkehren wird. Auch seine Schwester betet womöglich jeden Tag dafür, dass ihr Bruder endlich nach Hause kommen möge. Und seine Mutter wartet vielleicht noch immer an der Tür, ohne zu wissen, dass ihr Sohn von Bestien getötet wurde – nicht von Tieren, sondern von Menschen, die sich wie Monster verhalten, in Ländern, die behaupten, die Menschenrechte zu achten.
Schliesslich gelang es mir, die bulgarische Grenze zum zweiten Mal zu überqueren. Wieder war das mit Strapazen verbunden. Doch man gewöhnt sich daran. Wenn man einmal solche Leiden erlebt hat, fühlt es sich beim nächsten Mal nicht mehr ganz so unerträglich an – auch wenn die Situation genauso schlimm ist.
Es war Anfang Oktober 2022, als ich mich einer Gruppe von Flüchtenden anschloss und wir in Richtung Serbien loszogen. Der Weg dorthin war wie eine weitere Strasse durch die Hölle. Nachdem wir es gerade erst knapp von der Türkei nach Bulgarien geschafft hatten, begann nun eine tagelange Wanderung durch dichte Wälder, auf einem Grat zwischen Leben und Tod. Ich hatte ein Handy, aber kein Internet, sodass ich keinen Schlepper kontaktieren konnte. Als wir in die Nähe der bulgarisch-serbischen Grenze kamen, versuchten wir die Grenzposten zu umgehen, von denen es viele gab und die alle Nummern trugen, Checkpoint 52 oder Checkpoint 97. Wir – eine Gruppe von etwa dreissig Menschen – hielten uns im Schutz der Wälder auf. Es gab dort viele Tiere, etwa verwilderte Hunde. Wir konnten sie zwar verscheuchen, hatten aber trotzdem Angst.
Fünfzehn Tage und Nächte verbrachten wir im Grenzgebiet – an die Namen von Städten oder Dörfern kann ich mich nicht mehr erinnern. Um zu überleben, assen wir Baumrinde und kauten Blätter. Aus einem Bach tranken wir Wasser, obschon es trüb war, verschmutzt und voller Würmer. Irgendwann rebellierte mein Magen, ich musste mich ständig übergeben und hatte Bauchschmerzen, als hätte mich jemand mit Knüppeln geschlagen.
Endlich konnten wir mit Schleppern Kontakt aufnehmen. Sie holten uns an einem vereinbarten Ort ab und luden uns auf einen Lastwagen. Es war wie eine vorübergehende Flucht aus der Hölle. Ich hatte keine Uhr bei mir, denke aber, die Fahrt dauerte fünf oder sechs Stunden. Schliesslich waren wir an der bulgarisch-serbischen Grenze – wo genau, kann ich nicht mehr sagen. Wir stiegen aus, gingen an einen Fluss, aus dem wir endlich Wasser trinken konnten, das nicht verschmutzt war. Die Schlepper gaben uns etwas Brot. Es war, als würde Leben in unsere Körper zurückkehren. Unsere Gesichter bekamen wieder Farbe, wie Blumen, die nach dem Regen aufblühen. Ab jetzt mussten wir zu Fuss weiter. Das Grenzgebiet war bergig, voller Hügel, die sich auftürmten wie riesige Mauern. Mit Mühe gelang es uns, die Grenze nach Serbien zu überqueren.
Brot, Wasser und ein Dessert
In Bulgarien war die Gefahr real gewesen: Wären wir von der Polizei entdeckt und dort registriert worden, so hätte man uns später, wenn wir in einem anderen EU-Land gefasst worden wären, nach Bulgarien zurückgeschickt – so schreibt es das Dublin-Abkommen vor. Weil aber Serbien nicht zur EU gehört, hat dieses Abkommen dort keine Gültigkeit, und wir mussten nicht derart in Angst sein.
Dafür gerieten wir in Serbien wieder an Schlepper, die uns unmenschlich behandelten. Wir trafen sie im serbisch-ungarischen Grenzgebiet, in der Nähe der serbischen Stadt Subotica. Dort durchlebten wir Tage und Nächte voller Angst und Ungewissheit. Sie gaben uns nur wenig zu essen und zu trinken. Weil sie sich weigerten, uns mit Lebensmitteln zu versorgen, mussten wir einmal mehr zuhause nach Geld fragen – ein Zuhause, das mehr und mehr zu einer Erinnerung verblasste. Ich kaufte mir Essen, ein Handy – das alte hatte mir die türkische Grenzpolizei abgenommen – sowie ein paar Kleider. Mein Haar und mein Bart waren lang geworden, als hätte ich Jahre in der Wildnis verbracht. Wir stellten uns sogar den serbischen Behörden, um eine Unterkunft zu erhalten. Doch sie weigerten sich, uns zu helfen.
Die Schlepper versprachen uns, dass es nur fünf bis sechs Stunden dauern würde, bis wir die Grenze zu Ungarn überquert hätten. Also nahmen wir bloss eine Flasche Wasser mit und machten uns auf in Richtung Horgoš, ein kleines Grenzdorf. Doch hatten wir offenbar vergessen, dass Schlepper niemals die Wahrheit sagen. Und so waren wir zwei Tage unterwegs, teils zu Fuss, teils in einem Lastwagen, bis wir die ungarische Grenze erreichten. Wir kamen in der Nacht an und waren zu müde, um sie zu überqueren. Am nächsten Morgen sahen wir von Weitem ungarische Grenzsoldaten, und so kehrten wir um.
Die Grenze zwischen Serbien und Ungarn ist eine Festung mit Wachtürmen und meterhohen Zäunen mit Stacheldraht – wie eine riesige Gefängnismauer. Wir versuchten vier oder fünf Mal, die Grenze zu überqueren, und immer wählten wir eine andere Route. Doch vergebens, überall war Polizei. Ich weiss nicht mehr genau, wie lange wir in diesem Grenzgebiet festsassen. Es waren Wochen, wenn nicht Monate.
Schliesslich teilten wir uns in zwei Gruppen auf. Die eine Gruppe wurde beim Versuch, die Grenze zu überqueren, von der Polizei gefasst und nach Serbien zurückgeschickt. Die andere aber schaffte es – und ich gehörte zu diesen Glücklichen. Es fühlte sich an, als wäre ich dem Tod entkommen, es war ein Triumph auf diesem langen Weg in die Freiheit.
Nachdem wir die Grenze von Serbien nach Ungarn überquert hatten, warteten wir in einem Wald erneut auf Schlepper, die uns weiter nach Österreich bringen sollten. Doch niemand kam. Ich erinnere mich an die erdrückende Stille in diesem Wald, wir fühlten uns, als hätte man uns vergessen. Irgendwann in der Nacht kam ein Fahrzeug. Wir mussten uns aufteilen, denn es passte nur die Hälfte unserer Gruppe in den Wagen. Die Schlepper hatten weder Essen noch Trinken für uns, die zurückbleiben mussten. Sie sagten bloss: «Ein anderer Wagen wird euch bald abholen.»
Einmal mehr war der Hunger gross. Doch was konnten wir tun? Wir wussten ja nicht, wohin wir gehen sollten. Am Tag darauf, es war später Nachmittag, kam endlich das Auto. Es nahm den Rest von uns mit und fuhr uns spät in der Nacht irgendwo über die Grenze nach Österreich. Ich glaube, das war im Mai oder Juni 2023. Ich bekam das alles gar nicht richtig mit, denn ich war wie benommen vor Erschöpfung und kam mir vor wie ein seelenloser Körper, den man von einem Ort zum anderen verfrachtet.
Die Grenzgebiete der EU sind wie ein verworrenes Netz aus Stacheldraht und Überwachungskameras, eine riesige Falle, in die Menschen wie wir jederzeit tappen können. Dennoch gelang es den Schleppern, uns dort unbemerkt hindurchzulotsen. Schliesslich kamen wir mit dem Auto in einer österreichischen Grenzstadt an, deren Name mir entfallen ist. Dort verhaftete uns die Polizei und brachte uns in eine Art Flüchtlingsunterkunft. Sie gab uns Brot, Wasser und ein Dessert – ich fühlte mich wie im Paradies! Dann stellte die Polizei uns Fragen: «Wer seid ihr, woher kommt ihr, warum seid ihr hier, wohin wollt ihr?» Wir antworteten: «Wir wollen nicht hierbleiben, wir wollen weiter.» Einige nannten Deutschland als Ziel, andere Frankreich oder die Schweiz – alles Namen, die für uns mit viel Hoffnung verbunden waren. Dann setzte die Polizei uns in einen Polizeibus und brachte uns zum Hauptbahnhof in Wien, der Hauptstadt Österreichs.
Wie obdachlose und verlorene Reisende
Da standen wir nun, an der Schwelle zu einer neuen Welt, nur ohne Obdach und ohne Geld. Am Bahnhof trafen wir einige Afghanen. Sie machten uns Mut und gaben uns Energy-Drinks. Sie erzählten uns, dass sie dasselbe durchmachen mussten wie wir, was uns tröstete. Auch zeigten sie uns einen Platz zum Übernachten. Am nächsten Tag kontaktierten wir unsere Familien und baten sie erneut um Geld. Am Hauptbahnhof in Wien kauften wir mit diesem Geld Zugtickets. Wir wollten in die Schweiz, in der Hoffnung, auf diesem Weg nach Deutschland zu gelangen. An der österreichisch-schweizerischen Grenze wurden wir jedoch erneut kontrolliert und aus dem Zug geholt. Wir rannten davon und schafften es unentdeckt über die Grenze. Dann stiegen wir in einen Zug und fuhren nach Zürich. Dort verbrachten wir den Tag in einem Park, wie obdachlose und verlorene Reisende, ohne Ziel und ohne etwas, das sie ihr Eigen nennen können.
Ein paar Afghanen gaben uns die Adresse einer Polizeistelle, bei der wir uns melden konnten. Wir wussten, dass die Schweiz nicht zur EU gehört, und dachten deshalb, hier sei die Weiterreise in ein anderes Land viel einfacher. Doch das war ein Irrtum. Wie Österreich oder Deutschland hat auch die Schweiz das Dublin-Abkommen unterzeichnet.
Das dämmerte uns aber erst, nachdem die Polizei unsere Fingerabdrücke genommen hatte. Mit diesem Akt wurde unsere Hoffnung, nach Deutschland zu kommen, mit einem Schlag zunichte gemacht. Wären wir nach Deutschland gereist und hätte uns die Polizei dort verhaftet, so wären wir nach dem Dublin-Abkommen in die Schweiz zurückgeschickt worden. Die einzige Möglichkeit, in Deutschland zu bleiben, hätte darin bestanden unterzutauchen. Für Menschen auf der Flucht ist das Dublin-Abkommen wirklich eine grausame Sache. Und so entschied ich, dass es besser sei, in der Schweiz zu bleiben und hier Asyl zu beantragen.
Das war am 28. August 2023, zwei Jahre, nachdem ich meine Heimat verlassen hatte. Und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass meine lange und schmerzhafte Reise zu Ende war.







